1. Dezember 2009:
Ich bedanke mich für Ihre E-Mails und die darin enthaltenen Vorschläge zur Finanzierung der Kinderbetreuungseinrichtungen in Oberösterreich. Interessant wäre zu erfahren, wie Sie auf den Kostenaufwand der öffentlichen Hand in Höhe von 760 Euro pro Kind und Monat für die Betreuung in Kinderbetreuungseinrichtungen kommen.
Mit der Novelle zum Oö. Kinderbetreuungsgesetz wurde mit der Umsetzung der allgemeinen Kindergartenpflicht ein wesentlicher Meilenstein zur Chance auf Bildung gesetzt.
Zusätzlich wird mit dem Kindergartenjahr 2010/11 ein österreichweiter "Bildungs Rahmenplan" in den Kindergärten eingeführt, der die Grundlagen elementarer Bildungsprozesse definiert und die Transparenz des Bildungsauftrages in allen Kinderbetreuungseinrichtungen in Österreich gewährleistet.
Das verpflichtende Kindergartenjahr im Jahr vor dem Schuleintritt soll auch sicherstellen, dass Defizite im Spracherwerb noch vor dem Schuleintritt erkannt und behoben werden.
Insbesondere dann, wenn bei Kindern mit Migrantionshintergrund zu Hause nicht deutsch gesprochen wird, die Defizite in der Sprachkompetenz nicht erkannt und daher auch nicht korrigiert werden. Zusätzlich geht es in der Bildungseinrichtung Kindergarten unter anderem auch um die Förderung von Sozial- Sach- und Selbstkompetenz sowie um das Erkennen und die Prävention von Fehlentwicklungen.
Grundsätzlich gibt es abgesehen von der Kindergartenpflicht eine Wahlmöglichkeit für die Familien, ob sie ihre Kinder zu Hause betreuen und erziehen möchten, oder ob ein Kind den Kindergarten besucht.
Für jene Fälle, in denen kein institutionelles Betreuungsangebot in Anspruch genommen wird, können die Erziehungsberechtigten den Kinderbetreuungsbonus des Landes Oberösterreich in Höhe von 700 Euro pro Jahr beantragen. Das entspricht in etwa dem bisherigen Durchschnittssatz der Elternbeiträge vor Einführung des beitragsfreien Kindergartens.
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Antwort am 3. und 4. Dezember
Sehr geehrter Herr Landesrat!
Danke für die Antwort.
Zu den Kosten:
In meinem Schreiben habe ich angeführt:
„Die öffentliche Hand übernimmt jetzt für Krabbelstuben und Kindergärten den Großteil oder überhaupt die ganzen Kosten.“
Der enthaltene Hinweis lautet:
Kinderbetreuung privat/öffentlich_ein Kostenvergleich
Berechnungsgrundlage für die Kosten der öffentlichen Kinderbetreuung ist eine Studie des ÖIF unter
DI Dr. Helmuth Schattovits aus dem Jahr 1995:
Heft 1 der Schriftenreihe des ÖIF, S120 ff..
Denk,G., Schattovits, H. (1995): Teilzeitbetreuung von Kindern in Österreich - ISBN 3-901668-00-4.
Dazu auch aus Deutschland:
Die gute alte Familie ist doch das Beste.....
Sie müssen als Landesrat aber ohnehin auch Zugang zu den tatsächlichen Kosten in Oberösterreich haben.
Bildung:
Wir bezweifeln den überragenden Wert der Bildung in Kinderkrippen und Kindergärten.
Bei Kinderkrippen denken Sie wohl auch wie wir.
Kinder unter drei Jahren sind bei Mama und Papa im Normalfall besser aufgehoben als in einer Betreuungseinrichtung. Aber sogar da wird versucht, die Kompetenz der Eltern anzuzweifeln und mit Propaganda–Studien zu Krippenkindern nachzuweisen, daß Kinder in Kinderkrippen schlauer werden.
(Beispiel: Bertelsmann_Propagandastudie zu Krippenkindern)
Weitere Studien zur frühkindlichen Entwicklung habe ich in meiner bescheidenen Seite im Internet
im Abschnitt
Tatsachen und Forschungen aufgeschrieben bzw. Hinweise gegeben.
Unsere persönliche Erfahrung mit Kindergärten:
Wir haben 8 Kinder. 5 davon haben den Kindergarten vor der Volksschule überhaupt nicht besucht.
2 haben ihn je 1 Jahr lang besucht. Sie gingen gerne hin.
Aber der Schulbeginn war für unsere 5 Kinder, die überhaupt nicht in den Kindergarten gegangen waren, leichter.
Ähnliche Erfahrungen können weitere Familien aus unserem Freundeskreis vorweisen.
Und Lehrer bestätigen immer wieder:
„Kinder aus Familien, in denen sich die Eltern um ihre Kinder bis zum Schuleintritt gekümmert haben und die nicht in Betreuungseinrichtungen abgeschoben wurden, sind in der Schule viel angenehmer.
Aber das dürfen wir ja nicht sagen….“
Linke und Bürgerliche tun das Gleiche aus verschiedenen Beweggründen heraus:
Unserer Meinung nach überschätzen die öffentlichen Stellen den Wert der frühkindlichen Bildung bei weitem.
Die Linken tun das aus ideologischen Gründen, während die bürgerlichen Parteien wie die ÖVP in der Verstaatlichung der Kinderbetreuung einen Gewinn für die Wirtschaft! sehen.
Etwas pathetisch ausgedrückt:
"Die glückliche Kindheit wird auf dem Altar der Wirtschaft geopfert."
Deutsch lernen im Gratiskindergarten – Mißerfolg ist vorprogrammiert.
Der Gratiskindergarten wird unter anderem ja auch damit begründet,
daß die Migrantenkinder dort spielerisch deutsch lernen können.
Wenn aber dort mehrere Kinder mit der gleichen Muttersprache sind, werden die miteinander reden und kaum mehr deutsch reden.
Das spielt sich in unserem Kindergarten in Grünburg bereits so ab.
Und in der Volksschule in Grünburg haben wir derzeit schon knapp über die Hälfte Türkenkinder in der 1 Klasse! Und das am Land – nicht in Wels oder Linz!
Und die FPÖ braucht nur genüßlich auf das Scheitern des Gratiskindergartens hinsichtlich Spracherwerbs zu warten.
Da können wir doch vorbauen und selber schon jetzt die richtigen Maßnahmen setzen.
Und ein Vorschlag aus unserem Freundeskreis war eben dieser:
Jene Eltern, die ihre Kinder zuhause betreuen und zwar so,
daß die Kinder nachweislich gut betreut werden und dabei auch deutsch lernen,
erhalten dafür 380,-- Euro monatlich
und das ist die Hälfte der Kosten, die jetzt für den Gratiskindergarten anfallen!
Bitte nützen Sie diese Möglichkeit, bevor die FPÖ das vorschlägt!
Bitte bedienen Sie sich der Informationen in meiner Seite im Internet,
die ich für mich persönlich und für die Freunde kinderreicher Familien betreibe.