Rückschritt - LB von Frau Mag. Elke Weißböck in den OÖN am 14.11.2009
Mit Entsetzen nehme ich einen rückschrittlichen familien-, frauen- und gesellschaftspolitischen Kurs in Oberösterreich wahr.
Der Kinderbetreuungsbonus wird für jene Eltern erhöht, die ihre Kinder zu Hause betreuen und nicht in den Gratiskindergarten geben!
Man schafft Kinderbetreuungseinrichtungen, um dann die Betreuung zu Hause zu fördern – das ist paradox.
.....
... Kindern Bildungschancen verwehrt, die sie im Kindergarten hätten?
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Eine Betreuung, die nur zu Hause stattfindet, ist kontraproduktiv, in jeder Hinsicht. Was kommt als nächstes?
Mag. Elke Weissböck
Burgenländische Landesregierung
Büro LR Verena Dunst
Adresse: Europaplatz 1
7000 Eisenstadt
Telefon: 057/600 DW 2123
Mobiltelefon: 0664 / 8514930
Email: [email protected]
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Frage:
Warum mischt sich eine Mitarbeiterin der Landesregierung Burgenland in oberösterreichische Belange ein?
Warum hetzt sie als Frau gegen andere Frauen, nur weil sie Mütter sind, die ihre Kinder in den ersten Lebensjahren selber betreuen wollen?
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Antworten darauf:
Betreff: „Rückschritt“, Leserbrief von Mag. Elke Weissböck
Auch ich nehme mit Entsetzen zur Kenntnis, dass eine zu Hause stattfindende Betreuung unseres Nachwuchses als „kontraproduktiv“ bezeichnet wird.
Was muss die Schreiberin für Mütter, Großmütter kennengelernt haben oder am eigenen Leib erfahren haben, dass sie zu dieser Ansicht kommt?
Ich bin durchaus der Meinung, dass Mütter, die ihre Kinder – meist werden es ja in so einem Falle mehrere sein – zu Hause betreuen und erziehen, einer Förderung würdig sind.
Wenn die Lehrer heute klagen, dass die Kinder ohne jede Erziehung in den Schulprozess eingegliedert werden und dabei die größten Probleme auftauchen, so frage ich mich:
Wie produktiv war da die außerhäusliche Erziehung? Ich schätze die Arbeit der Kindergartenpädagogen durchaus sehr hoch ein, aber eine auf die Individualität des Kindes eingehende und liebevolle Begleitung im eigenen Heim stellt immer noch eine mehr als gute Alternative zu den öffentlichen Einrichtungen dar.
Hermine Schubert,
Enns
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Mag. Gabriele Traxl, Soziologin, 5 Kinder
Es ist schade, wenn eine offensichtlich gut ausgebildete Frau ihre subjektive Meinung so radikal generalisiert: "Eine Betreuung, die nur zu Hause stattfindet, ist kontraproduktiv, in jeder Hinsicht." (Leserbrief "Rückschritt" vom 14. November 2009). Der Inhalt des Leserbriefes erweckt den Eindruck, dass nur Karriere und öffentliche Kinderbetreuungseinrichtungen der Schlüssel zum familien- und gesellschaftspolitischen Erfolg sind.
Aber es gibt sie Gott sei Dank auch noch im 21. Jahrhundert: die Differenz innerhalb der Frauen (und Männer und Kinder). Wenn sich eine Mutter (oder ein Vater) dafür entscheidet, ihr Kind bis zum verpflichtenden Kindergartenjahr nur daheim im Familienverband zu betreuen, dann ist das nicht in jeder Hinsicht kontraproduktiv.
Es könnte unter Umständen nur eine "Auszeit" vom beruflichen Leistungsdruck bzw. der Doppelbelastung "Beruf und Familie" bedeuten, was sich auf die Kinder (und Erwachsenen) positiv auswirkt, wenn sie weniger Stress, dafür mehr Zeit und Zuwendung erleben.
Der neue Kinderbetreuungsbonus (700 Euro pro Kind jährlich = jeden Tag 1,92 Euro) ist sehr begrüßenswert, wird aber die finanzielle Situation der Familien nicht schwerwiegend ändern. Es sollen vielmehr die Wahlfreiheit und Leistung der Familien gesellschaftlich gefördert bzw. anerkannt werden. Leider hört oder liest man davon sehr wenig in den Medien.
Mag. Gabriele Traxl,
Fünf Töchter, Soziologin
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Beleidigung der Mütter - Zäzilia Stadler, Oberkappel
Frau Weissböck empört sich über die Erhöhung des Kinderbetreuungsbonus.
Die werte Frau Magistra behauptet sogar,
dass Kinderbetreuung zu Hause eine Sache des vorigen Jahrhunderts und als kontraproduktiv anzusehen ist.
In meinen Augen ist diese Behauptung eine Riesenfrechheit
und eine sehr schmerzliche Demütigung und Beleidigung für Mütter und Eltern,
die ihre Kinder zumindest in den ersten vier oder fünf Jahren in der Familie lassen wollen.
Ich schätze die Arbeit der Kinderbetreuungseinrichtungen,
erwarte mir aber die gleiche Wertschätzung für Eltern,
denen die Kindererziehung zu Hause ein Anliegen ist
und dafür so manche Mühe und Verzicht in Kauf nehmen.
Schwarze Schafe gibt es leider überall,
aber nicht nur bei den Eltern,
sondern auch bei den Betreuungseinrichtungen.
Zäzilia Stadler, Oberkappel
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Margaretefranziska - Frauen halten Mütter für zu blöd.... Magistra ohne Herzensbildung
Glaubt diese Dame tatsächlich, dass wegen 700,-- € im Jahr eine Mutter ihren Beruf aufgibt?
700,-- jährlich sind nicht mehr als ein kleines Taschengeld für Mütter (auch Akademikerinnen sind dabei), die aus Überzeugung einige Jahre ihres Lebens ganz ihren Kindern schenken und dafür finanzielle Einbußen in Kauf nehmen.
Ich verstehe nicht, warum man Mütter generell für zu blöd hält, ihre Kinder zu erziehen, obwohl genau diese Betreuungsform jahrtausendelang erfolgreich war.
Auch ist es sehr verwunderlich, dass es ausgerechnet Frauen sind, die anderen Frauen keine selbstständige Entscheidung zutrauen.
Ich lehne Zwangsbeglückung für Mütter und Kinder ab.
Besagte Magistra hat zwar eine hohe Ausbildung, Herzensbildung hat sie keine!
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