Familie = Beruf in kinderreichen Familien

Hier wird über Familienpolitik diskutiert.
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alwis
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Familie = Beruf in kinderreichen Familien

Post by alwis »

:!: Kinderreiche Familien könnten die Geburtenrate in Österreich auf die gewünschte Selbsterhaltungsrate anheben.
:!: Die Kinder lernen in kinderreichen Familien für das Leben, was keine noch so gute Krabbelstube oder Ganztagsschule bieten kann.
Letztere sind aber für den Staat wesentlich teurer.
:!: Kinderreiche Familien sollten daher deutlich besser gefördert werden.
:!: Die Leistung der Mütter von drei und mehr Kindern muss genauso voll anerkannt werden
wie auch z.B. die Leistung von Kindergärtnerinnen oder Mitarbeiterinnen in Krabbelstuben und Kinderhorten.



1. Die schlechte Nachricht:
Geburtenrate in Österreich ist wieder um 1,5% gefallen. Österreich braucht aber eine Geburtenrate von 2,1 Kinder je Frau+Mann, um den Bevölkerungsstand zu halten.

2. Die gute Nachricht:
Eine Steigerung von derzeit ca. 1,4 Kinder auf gewünschte 2,1 Kinder (das sind 150%!) ist möglich, wenn wir die richtigen – und zwar sehr kräftige und eindeutige - Maßnahmen setzen.
3. Die meisten Erwachsenen wollen eine Familie gründen und 2 Kinder haben.
20% bis 25% bleibt die Erfüllung des Kinderwunsches aus verschiedensten Gründen versagt (körperlich nicht fähig, kein passender Partner zu finden usw.).
Die restlichen 75% bis 80% müssten im Durchschnitt 3-4 Kinder aufziehen, damit die Selbsterhaltungsrate erreicht wird.

4. Weil aber die meisten nur 2 Kinder haben wollen, sollte es möglichst viele kinderreiche Familien (4 oder mehr Kinder) geben,
die den Mangel der Kinderlosen ausgleichen.

5. Kinderreiche Familien brauchen deutlich größere Wohnungen und müssen auch sonst wesentlich mehr für Lebensnotwendiges ausgeben.
Während das Existenzminimum für die Kinder in Österreich mit Familienbeihilfe, Kinderabsetzbetrag und Mehrkindzuschlag annähernd gewährleistet ist,
werden die Mütter fast als Luxusartikel des Ehegatten behandelt.

6. Die Leistungen der Mütter in kinderreichen Familien werden nicht annähernd anerkannt.
Kinderreiche Mütter erbringen einige wertvolle Leistungen für die ganze Gesellschaft.
Sie verdienen es, dafür auch ordentlich entlohnt zu werden.
Liegt schon das Kinderbetreuungsgeld unter dem Existenzminimum, wird die Nichtbezahlung unserer Mütter erst recht zum Skandal,
wenn das Kind einmal zweieinhalb Jahre alt geworden ist.

7. Kostenlose Kinderbetreuungseinrichtungen helfen den Müttern in kinderreichen Familien nicht.
Sie kosten zwar irrsinnig viel Geld, eine Mutter von z.B. vier Kindern aufwärts
kann sie aber faktisch nicht mehr nutzen, weil die Hausarbeit alleine schon ein „Full-time-job“ ist.
Und außerdem will sie die Kinder selber betreuen, in allen Entwicklungsschritten begleiten
und bestmöglich fördern und so viel wie möglich für Gespräche zur Verfügung stehen.

:!: Daraus folgt: Mutter = Beruf
Wir brauchen für kinderreiche Familien den Beruf „Mutter“.
Eine solche Mutter ist nicht nur Köchin und Putzfrau, sondern auch Lehrerin, Psychologin, Managerin, Krankenschwester, Lebensberaterin usw.
Ihr dürfen wir nicht länger den verdienten Lohn für ihre gesellschaftlich wertvollen Leistungen vorenthalten.


Ähnliche Beiträge in diesem Forum und anderswo:

Familie = Beruf

Österreichische Hausfrauenunion ÖHU - Familienoffensive

Dr. Herta Herglotz

Familie und Beruf vereinbaren und kinderreiche Familie
Last edited by alwis on 17.06.2008, 00:55, edited 4 times in total.
Kinder - unsere Freude.
Glücklich wird, wer andere glücklich macht.
flattax
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Post by flattax »

Wenn ich jetzt als Journalist mir den Vorschlag durchlese, dann steht für mich am Ende eine ganz wesentliche Frage: Was heißt das, Mutter sein ist ein Beruf?

Oder anders gesagt, wie wollen Sie die Anerkennung und Bezahlung dieses Berufes durchsetzen, auf welcher Basis und mit welchen Konsequenzen.

Die Forderung als solche gefällt mir sehr gut. Schließlich hatte ich ja auch eine Mutter, die für mich da war und von der ich sehr viel gelernt habe.

Aber es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten, diesen Beruf als solchen einer Anerkennung zuzuführen. Die erste Variante ist jene, die unsere derzeitige Regierung in der Familienpolitik eingeschlagen hat: Verstaatlichung. Der Staat zahlt den Familien über Transferleistungen Entgelte für Tätigkeiten, die nun einmal die Familie für die Gesellschaft bringt. Würde man dieses System auf den Mutter-Beruf umlegen, hieße das eine staatliche Bezahlung von Müttern.

Die zweite Variante ist jene der Freiheit. Entstaatlichung und Deregulierung könnte man auch sagen. Der Staat gestaltet sein Steuersystem so, daß ein Familienerhalter eine so niedrige Belastung hat, daß er sich die Familie leisten kann, und nicht auf staatliche Zuwendungen angewiesen ist. Der Lohn für den Mutterberuf wäre also ein Posten, der die Steuerbelastung des Verdieners reduziert.

Ich bin für die zweite Variante. Die erste Variante ist eben Verstaatlichung und Sozialismus, also ein politisches Konzept, das an sich schon dem Grundgedanken der Familie als Keimzelle der Gesellschaft widerspricht aber von vielen idealistischen Familienpolitikern nicht als solches erkannt wird. Leider.

Sie haben vielleicht vorige Woche über die Studie des IHS zur Frage der Staatsquote gelesen. Österreich, so der Tenor der Studie, könne nicht als Hochsteuerland bezeichnet werden, weil eben die Transfferleistungen des Staates so hoch sind, daß dann statt fast 43 Prozent nur mehr knapp über 20 Prozent Staatsquote herauskommen. Ich habe mir die Studie mittlerweile besorgt und gestern durchgelesen. Ach wenn die Studie für mich sehr viele Fragen offen läßt, zeigt sie doch eine ganz deutliche Transferleistung des Staates hin zu den Familien. Als bei einem Verdiener über dem Durchschnitt wenn er ledig ist und ohne Kinder eine Abgabenbelastung von mehr als 40 Prozent, wenn er Kinder hat auf gerade noch 20 Prozent. Das ist ein schönes Geld.

Dieses System aber heißt in anderen Worten: Der Staat bestiehlt erst einmal möglichst viele seiner Bürger, den Familien gibt er aber ein stattliches Sümmchen zurück. Die Familie wird also Spielball in einem Verteilungskampf, der neuen Form des Klassenkampfes. Eine derartige Entwicklung kann für die Familien keinesfalls gut sein, weshalb ich so vehement für das zweite Modell der Freiheit plädiere.
alwis
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Freiheit hat einen hohen Preis_wer kann sich Kinder leisten?

Post by alwis »

Sehr geehrter Herr "Flat tax"!

Danke für die Vorschläge. Sie führen vom Thema weg.
Könnten Sie die Flat tax im Forum "Wirtschaft" näher erläutern?
Die Folge wäre für das Sozialsystem ein radikaler Umbau.
* Abschaffung des staatlichen Pensionssystems. Jeder sorgt selber für sein Alter vor.
* Abschaffung des staatlichen Gesundheitsversicherungswesens.
Die Folge, zu der wir dann auch stehen müssen, wäre: Es können dann auch Menschen in Österreich verhungern oder wegen Unfinanzierbarkeit von Krankheitsbehandlungen sterben.

Mein Anliegen ist:
* Wie können wir im bestehenden System wenigstens die Selbsterhaltungsrate von knapp über 2 Kindern je Elternpaar erreichen?
* Wie können wir den Kindern ein möglichst natürliches und kindgerechtes Aufwachsen ermöglichen.
flattax
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gefährdetes sozialsytem?

Post by flattax »

Naja, ein Plädoyer für die sogenennte Flat-tax war das noch nicht (obwohl ich ein Befürworter des Systems bin). Die Flat-tx erkläre ich gerne im Wirtschafts-Forum. Aber nur damit es dazu keine Mißverständnisse gibt: Steuern sind im derzeitigen System nicht dazu da, um Pensionen und Gesundheitssystem zu finanzieren. Dafür bezahlen wir ja jeweils eigene Beträge. Wenn Pensions und Gesundheitssystem aus dem Steuertopf subventioniert werden, dann ist das nur ein Beweis dafür, daß die glorreichen Reformen unserer Politiker nicht den gewünschten Erfolg haben. Dafür gibt es viele Ursachen.
alwis
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Hinweis auf die ÖHFU mit ähnlichem Anliegen

Post by alwis »

Ich weise auf die Aussendung der Österreichischen Hausfrauenunion (ÖHFU) hin, die in diesem Forum zu finden ist, und zwar unter dieser Überschrift:

Hausfrauenunion Österreich - Familienoffensive

http://www.wolfmayr.org/familie/viewtopic.php?t=97
Kinder - unsere Freude.
Glücklich wird, wer andere glücklich macht.
Gast

Erste drei Lebensjahre - Fundament für das ganze Leben!

Post by Gast »

Ulrich Bonse aus Köln schrieb am 19. März 07 den folgenden Leserbrief:

Es geht doch wohl darum, wer das Fundament und das Kellergeschoss der Persönlichkeit eines Kindes weitaus am besten baut: Das ist die Mutter.


Weiterlesen im Beitrag „Um die Kinder muss es gehen“, Antwort 2:
http://www.wolfmayr.org/familie/viewtopic.php?p=259#259
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