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Europa kinderlos? Eine Wende ist möglich_Finanzen

Posted: 03.09.2006, 22:21
by alwis
Ein Drittel bleibt kinderlos
Aber: noch ist Europa nicht verloren!


1. Die Geburtenrate fällt und fällt....

Diese und ähnliche Meldungen verursachen in regelmäßigen Abständen ein Rauschen im Blätterwald. Doch die Geburtenrate fällt und fällt bzw. will trotz aller Verbesserungen für die Familien einfach nicht steigen. Warum wollen sich die meisten Europäer (Ausnahme das katholische Irland) per Geburtenverweigerung aus der Geschichte verabschieden?

1.1. „Ein Drittel bleibt kinderlos“ wundert und erschreckt uns nicht.

Ca. 20% sind biologisch unfähig, sich fortzupflanzen. Der Rest findet keinen passenden Partner oder will einfach nicht. Das ist auch weiter nicht schrecklich. Auch in früheren – noch kinderreichen Zeiten – konnten oder wollten sich bei weitem nicht alle fortpflanzen. Übrigens ist die gewollte Kinderlosigkeit oft nicht der Wunsch der Frau, sondern des Mannes. Nicht wenige Frauen in unserem Bekanntenkreis möchten noch ein Kind, doch der Mann ist dagegen.

1.2. „Zwei Kinder sind genug“ genügt nicht.
Weil eben ein Drittel kinderlos bleibt, müssen die restlichen zwei Drittel das ausgleichen. Macht rechnerisch drei Kinder je Elternpaar.

2. Wir können den Trend umkehren, wenn wir wirklich wollen:
2.1. Viele Menschen treffen viele persönliche Entscheidungen.
2.2. Die Politik muß die Rahmenbedingungen schaffen,
sodaß viele persönliche Entscheidungen unter dem Strich das von der „Solidargemeinschaft Staat“ gewünschte Ergebnis bringen.
2.3. Und hier einige Einzelmaßnahmen:
• Ab dem dritten Kind steigt der Kinderabsetzbetrag sehr deutlich an.
• Das Aufziehen von mehr als zwei Kindern bewirkt jedenfalls einen Pensionsanspruch.
• Die Höhe der finanziellen/steuerlichen Umschichtung von den Kinderlosen zu den Kinderreichen ist so attraktiv zu bemessen wie nötig, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen.
• Horizontale Solidarität (zwischen Kinderlosen und Kinderreichen) ist die Voraussetzung für vertikale Solidarität (zwischen Menschen im Erwerbsleben und Menschen vor bzw. nach dem Erwerbsleben).
• Unter dem Strich ergibt sich dadurch eine Umverteilung von den Kinderlosen zu den Kinderreichen. Die höheren Abgaben der Kinderlosen garantieren den Fortbestand des gefährdeten Generationenvertrags und sind eine sinnvolle Investition in „Humankapital“.
• Für die Gesamt-Steuerbelastung wichtig: Sämtliche Direktzahlungen an die Eltern wie die Familienbeihilfe, das Kinderbetreuungsgeld und so weiter sollten wie die Kinderabsetzbeträge nicht als Sozialleistungen gewertet werden, sondern als Negativsteuer. Damit wird die Gesamtsteuerlast im selben Maß gesenkt, wie sie durch die Einzahlungen in den FLAF erhöht wird.

Wenn wir die Wende schaffen, wird Europa weiterleben.

Wenn uns der Lebenswille fehlt, wären wir nicht die ersten Völker in der Geschichte, die sich selber daraus verabschieden.

Kinderbetreuungsgeld allein hilft gar nix_Wertedisk. 03

Posted: 14.04.2007, 15:04
by alwis
Kindergeld allein hilft gar nix
Ein Beitrag zur Wertediskussion August 2003


Den Satz müssen wir ergänzen:
Kindergeld allein hilft vielen (z.B. Studentinnen, Frauen, die bereits Kinder betreuen und ein weiteres bekommen, ohne außer Haus arbeiten zu können usw.), aber Kindergeld allein ist zuwenig, um die Geburtenrate wenigstens auf das Niveau der Selbsterhaltung zu heben.

„Verstärkten Kindersegen können wir erwarten, wenn auch Mütter, die nie in die Pensionskasse eingezahlt haben, für ihre Erziehungs-Arbeit eine Pension bekommen.“

Diesen Satz können wir nicht genug unterstreichen. Diese Maßnahme ist auch gerecht und entspricht vollkommen dem Sinn der Sache.
Eltern leisten nämlich den biologischen Beitrag für die zukünftigen Pensionen, ohne den die finanziellen Beiträge wirkungslos bleiben. Nur unsere Kinder können in Zukunft die Wirtschaft in Gang halten. Ohne Menschen gibt es keine Wirtschaft, auch wenn es auf die Zahl der Menschen alleine nicht ankommt.
Ohne fleißig und erfolgreich arbeitende Menschen haben nicht einmal private Pensionskassen Sinn. Denn wer kann sich deren Geld ausleihen, wenn nicht eine florierende Wirtschaft, die wiederum von unseren Kindern in Gang gehalten werden muß?


Ernsthaft überlegen sollten wir folgende Maßnahmen und Änderungen der Einstellung:

:arrow: Die Entscheidung zu Familiengründung und Kindern ist eine höchst persönliche und sollte niemandem aufgezwungen werden.
:arrow: Anderseits hat die Gesellschaft ein hohes Interesse an genügend Nachwuchs (s. oben).
:arrow: Damit der Generationenvertrag (die Solidarität zwischen den Generationen) gehalten werden kann, d.h. damit wir unsere Alten auch in Zukunft bis zum natürlichen Ende leben lassen können, brauchen wir ausreichend Kinder.
:arrow: Da viele aus verschiedenen Gründen kinderlos bleiben müssen und weitere Mitbürger kinderlos bleiben wollen, sollten andere den Ausgleich herstellen, indem sie mehr als die jetzt als häufigstes Ziel genannten zwei Kinder zur Welt bringen und aufziehen.
:arrow: Diese höchst erwünschte gesellschaftliche Leistung erbringen unsere Eltern heute nicht mehr aus Idealismus oder weil sie sich gegen den Kindersegen nicht wehren können.
:arrow: Daher muß das Aufziehen von mehr als zwei Kindern (die gewissermaßen der biologische Beitrag für die eigene Altersversorgung sind) entsprechend anerkannt werden, und zwar sowohl durch höheres Ansehen als auch finanziell.
:arrow: Mit anderen Worten:
Eltern sein muß ein richtiger Beruf werden, genauso wie Kindergärtnerin oder Lehrer.
Eltern müssen für ihre von der Gesellschaft erwünschte und für unseren Weiterbestand nötige Arbeit genauso bezahlt werden wie Menschen in anderen Dienstleistungsberufen. Selbstverständlich folgt aus dem Aufziehen von Kindern auch ein selbständiger Pensionsanspruch.
:arrow: Die Mittel dazu kommen von den Männern und Frauen, die keine Kinder aufziehen, wobei es bedeutungslos ist, ob freiwillige oder unfreiwillige Kinderlosigkeit vorliegt. Die Eltern von mehr als zwei Kindern können ihre Leistung nur erbringen, wenn sie auch die nötigen finanziellen Mittel dazu erhalten. Als Gegenleistung für die erhöhte Steuerleistung der Kinderlosen erhalten sie den Rechtsanspruch auf Versorgung im Alter durch die Kinder der Kinderreichen.

:arrow: Das heißt also:
Solidarität zwischen den Generationen braucht als Vorbedingung die Solidarität innerhalb der aktiven Generation (zwischen Kinderlosen und Kinderreichen).

Wir müssen wegkommen von der Zwangsvorstellung, jeder müsse sich fortpflanzen und jeder müsse gleichzeitig beruflich außer Haus erfolgreich sein. Soll doch jeder tun, wie er will.
Nur – jedes Tun hat Folgen – und dazu sollte jeder stehen.


Und – an die Politik:
:!: Die Rahmenbedingungen müssen stimmen!