Von: Barbara Zwerschitz, [email protected];
Gesendet: Sonntag, 9. September 2007Sehr geehrter Herr Wolfmayr!
Es freut mich, dass Sie offenbar mit Ihrem Betrieb die große Ausnahme sind und Frauen auch nach mehreren Jahren Ausstieg aufnehmen und fördern.
Leider läuft es in den meisten Firmen bei weitem nicht so.
Durch die Pensionsregelung in Österreich können sich nur wenige Frauen leisten länger zuhause zu bleiben,
und die Scheidungsrate lässt auch nicht zu, dass frau sich darauf verlässt von der Pension Ihres Partners leben zu können.
Außerdem gibt es auch Frauen, die wegen Ihres Berufes nicht lange von Ihrem Arbeitsplatz wegbleiben können,
weil sie zum Beispiel selbständig sind und die laufenden Kosten für den Betrieb aufbringen müssen,
weil sie in einer sehr schnelllebigen Branche arbeiten, wo sie den Anschluss verlieren und natürlich auch,
weil die wenigsten Betriebe Frauen über 40 Jahre aufnehmen.
Das Rückkehrrecht an einen Arbeitsplatz gibt es, wie Sie sicher wissen, nur bis zum 2. Geburtstag der Kinder.
Auch gibt es Frauen, die sehr gerne berufstätig sind und Mutter, so wie es auch genug Männer gibt, die gerne berufstätig sind und Vater.
Auch gibt es Studien, die unterstreichen, wie gut Kinderkrippen mit entsprechender Qualität Kindern tun
oder wie glücklich gerade Einzelkinder oft sind in Gesellschaft Gleichaltriger zu sein.
Abgesehen außerdem noch von der Förderung durch Experten, die gelernt haben, wie sie Kinder bestmöglich betreuen können. (
Dass die Qualität nicht immer die beste ist, gehört natürlich geändert, ist aber kein Beweis für das Gegenteil.)
Auch gibt es unglückliche Mütter, die sehr gerne auch außerhalb des Haushaltes tätig wären,
was sich auch nicht positiv auf die Kinder auswirkt.
Alles in allem gibt es also verschiedene Frauen und verschiedene Auffassungen.
Ich persönlich halte nichts davon Frauen, die arbeiten, daraus ein schlechtes Gewissen zu machen.
Viele Alleinerzieherinnen aber auch Familien können sich auch gar nichts anderes leisten.
Es ist eine wesentliche Aufgabe der Politik solche Frauen zu unterstützen
und Frauen allgemein ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.
Dafür zu arbeiten und die Rahmenbedingungen zu verbessern, damit dies leichter möglich ist, halte ich für meine Aufgabe.
Mit freundlichen Grüßen
B. Zwerschitz
Antwort:Sehr geehrte Frau Zwerschitz!
Danke für Ihre rasche Antwort.
Wir sind uns einig:
Es gibt verschiedene Menschen, verschiedene Lebensabläufe, verschiedene Bedürfnisse.
Der Staat sollte die bestmöglichen Rahmenbedingungen schaffen,
damit alle möglichst nahe an ihr Lebensideal kommen können.
Vor allem geht es uns um die bestmöglichen Lebensbedingungen für unsere Kleinkinder,
weil eben die ersten Jahre das ganze spätere Leben derart nachhaltig prägen.Wir finden, daß unser Modell der
Direktzuwendung der staatlichen Mittel an die betroffenen Eltern
am ehesten der Würde, Selbstbestimmung und Mündigkeit der Frauen entspricht:
[newtaburl=http://www.wolfmayr.org/familie/viewtopic.php?t=33]Familie = Beruf[/newtaburl]Übrigens tritt auch die Linkspartei im Saarland für unser Modell des Erziehungsgehaltes ein:
[newtaburl=http://www.wolfmayr.org/familie/viewtopic.php?t=73]Linkspartei in Deutschland gegen Ausbeutung der Familien[/newtaburl]Von: Barbara Zwerschitz, Gesendet: Montag, 10. September 2007Lieber Herr Wolfmayr!
Genau das meine ich nicht.
Österreich ist jetzt schon ein Land, welches Eltern das meiste Geld bar auszahlt.
Genau deshalb haben viele Eltern nicht die Wahl, ihr Kind betreuen zu lassen, weil das Geld bei den Einrichtungen fehlt.
Die meisten Mütter haben die Wahl nicht, weil die Kinderbetreuung außer Haus zu den falschen Zeiten oder gar nicht vorhanden ist. Außerdem ist sie zu teuer.
Das Geld aufzuteilen würde der einzelnen Familie wenig bringen.
Die Wahlmöglichkeit ist in Österreich scheinheilig.
Gesellschaftlicher Druck und fehlende Rahmenbedingungen zwingen Mütter sich in eine Richtung zu entscheiden.
Und noch einmal deutlicher: Wo ist die Verpflichtung der Väter?
Es tut mir leid, das kann ich nicht unterstützen.
Mit freundlichen Grüßen
Dipl. Päd. Barbara Zwerschitz
Abgeordnete z. Nationalrat
Grüner Klub im Parlament
Löwelstraße 12
1017 Wien
Tel.: 01/40110 - 6677
Fax: 01/40110 - 6760
AntwortSehr geehrte Frau Zwerschitz!
Ich habe mir nicht erwartet, daß Sie zustimmen werden.
Wir haben da sehr gegensätzliche Meinungen.
Aber haben Sie schon einmal überlegt, was die Kinder gerne möchten?Wir hören und lesen fast immer nur darüber, was (angeblich) „DIE FRAUEN“ möchten.
Ich habe mir die Mühe gemacht und eine Umfrage unter Eltern gemacht.
Sie können hier nachlesen, was dabei herausgekommen ist:
[newtaburl=http://www.wolfmayr.org/familie/viewtopic.php?t=156]Umfrage zur Betreuung von Kleinkindern[/newtaburl]Und was die Barauszahlung betrifft:Die Kinder sind versorgt – das stimmt.
Aber die Betreuungsleistung der Eltern wird – abgesehen vom „Taschengeld Kinderbetreuungsgeld“ kaum anerkannt.Dagegen zahlt der Staat für die Kollektivbetreuung geradezu astronomische Summen.
Die
[newtaburl=http://www.wolfmayr.org/familie/viewtopic.php?t=73]Linkspartei im Saarland (Deutschland)[/newtaburl] unter Oskar Lafontaine spricht von 26.000,-- Euro je Kind und Jahr!
Siehe auch
[newtaburl=http://www.n-tv.de/774498.html]Traumberuf Hausfrau - Feminismus am Ende? Von Christa Müller (Ehefrau von O. Lafontaine)[/newtaburl]Und zu den Vätern:Wir verheiratete Eltern machen uns das schon aus, wer wieviel zuhause tut und wer wieviel außer Haus arbeiten muß.
Da brauchen wir keine Ratschläge von Parteien oder finanzielle „Anreize“ – sollte richtig heißen „Nötigung“ vom Staat.
Von: Albert Steinhauser, [email protected]; Gesendet: Montag, 10. September 2007 09:11
Sehr geehrter Herr Wolfmayr!
Danke für ihr e-mail.
Offensichtlich ist man in ihrem Unternehmen gegenüber Wiedereinsteigerinnen sehr offen eingestellt.
Das ist meiner Beobachtung nach aber leider nicht die Regel.
Dazu kommt, dass gemessen am Lebensverdienst auf Grund fehlender Verwendungsgruppenjahre Frauen gegenüber jenen,
die eine durchgehende Erwerbsbographie aufweisen, vom Einkommen her benachteiligt sind.
Ich stimme mit ihnen überein, dass Kinder ihre Eltern (beide Teile!) brauchen.
Wir müssen daher unser Wirtschaftsleben (z.B. auch in Arbeitszeitfragen) kinderfreundlicher gestalten.
Ich selbst habe vor meiner politischen Tätigkeit eine zeitlang wegen meiner Kinder Teilzeit gearbeitet.
Diese Zeit war für uns alle in der Familie toll und äußerst positiv.
Leider ist es für viele Männer schwer, sich derartige Arbeitszeitmodelle mit ihren Dienstgebern zu vereinbaren.
Ich persönlich bevorzuge die partnerschaftliche Teilung der familiären Tätigkeit
gegenüber dem Modell von längeren Arbeitspausen eines Elternteils.
Trotzdem freut es mich, dass es Unternehmen gibt, die Wiedereinsteigerinnen eine Chance am Arbeitsmarkt bieten.
MfG,
Albert Steinhauser