© Rheinischer Merkur Nr. 19, 11.05.2006
ERZIEHUNG / An diesem Sonntag regnet es wieder Blumen.
Nur ein Ersatz für echte Anerkennung
Wo bist du, Eva?
Eine gute Mutter gibt Geborgenheit und Halt.
Nicht allein den eigenen Kindern, sondern der ganzen Gesellschaft, meint die RM-Mitherausgeberin.
Christa Meves Kinder- und Jugendtherapeutin:
Mutter mag man nicht mehr sein.
Mutter kann man häufig gar nicht mehr sein.
Man kann es sich nicht leisten, Mutter zu werden, weil der finanzielle Status das nicht mehr hergibt.
In einem Kindertest für Acht- bis Zwölfjährige gilt es zu ergänzen:
"Ich mag meine Mutter, aber..." 90 Prozent der Kinder schreiben unverblümt: "Aber sie ist ja so viel weg" oder gar "Aber sie ist uns doch weggelaufen" oder "Aber sie hat keine Zeit" oder
"Aber sie muss doch arbeiten." Nur wenige - meist Jungen - schreiben: "Aber sie meckert zu viel."
"Mutter, wo warst du?", "Mutter, warum ließest du mich allein?", "Mutter, warum hattest du für viele und vieles Zeit, aber nicht für mich?"
"Ohne Mutter kannst du nicht leben", hat uns Hermann Hesse zugerufen. Gute Mütter brauchen wir, damit wir Zukunft haben.
Mehr ist zu lesen auf der Seite von Christa Meves
Zum Beispiel Rothenfelser Erklärung 2006
Die Bundesrepublik Deutschland ist in eine existenzielle Krise geraten.
Eine der Hauptursachen liegt darin, dass der wichtigsten Keimzelle des Staates, der Familie, ihrer Erhaltung und Prosperität seit Jahrzehnten zu wenig Beachtung gezollt wurde.
Es wurde vergessen, dass Mutterschaft der unaufgebbarste und lebenswichtigste Beruf ist.
Die alarmierende Zunahme von psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen belegt dies ebenso wie die Ergebnisse aus den einschlägigen Wissenschaften wie Neurobiologie und Hirnforschung. Eine konstante Betreuung im Kleinkindalter durch die Mutter, den Vater und auch weitere Familienangehörige ist für eine seelisch gesunde Entwicklung der Kinder unverzichtbar.
Wir appellieren an die Regierung, dem Geburtenschwund und der immer unzureichender werdenden seelischen Gesundheit der jungen Generation entgegenzuwirken.
Familien brauchen dringend flankierende Maßnahmen, die sie stützen und dem Muttersein wieder eine gesellschaftliche Wertschätzung entgegenbringen.
Deshalb fordern wir:
Mehrkinderfamilien mit mehr als zwei Kindern sind darüber hinaus zusätzlich durch folgende Maßnahmen zu fördern und zu unterstützen:
Die Bereitschaft zur Familiengründung ist in der jungen Generation mehrheitlich gegeben.
Die Realisierung dieses lebenserhaltenden Wunsches ist für unsere Zukunft unumgänglich und deshalb für alle Verantwortlichen eine Aufgabe von höchstem Vorrang.
Verabschiedet am 16.07.2006
Burg Rothenfels
VERANTWORTUNG FÜR DIE FAMILIE E.V.
Albertstr. 14, 26506 Uelzen
[email protected], www.vfa-ev.de