Die ÖVP Oberösterreich hat beschlossen,
den Kindergarten halbtags ab dem 3. Lebensjahr des Kindes demnächst kostenlos zu machen.
Das klingt aufs erste familienfreundlich und wird von vielen Familien geschätzt.
Die SPÖ hat aber gleich nachgesetzt und will Kindergärten ganztags kostenlos machen,
das Mittagessen dazu und dann wohl auch die Krabbelstuben.
Wir Freunde kinderreicher Familien müssen aber einwenden:
Gratis bedeutet nicht wirklich kostenlos.
Wir Steuerzahler (auch wir kinderreiche Eigenbetreuer) müssen das zahlen - und zwar nicht wenig.
Sie wissen, daß ein Kindergartenplatz monatlich je Kind kaum unter 500,-- Euro zu haben ist.
Ein Platz in einer Krabbelstube kostet uns Steuerzahler von 1.500,-- Euro monatlich aufwärts.
Wir betreuen unsere Kinder auf jeden Fall in den ersten Lebensjahren selber, weil wir überzeugt sind:
Die beste Kinderbetreuung für ein Kleinkind unter drei Jahren ist bei MAMA und PAPA!
Das ist auch allgemeine Überzeugung wie eine Umfrage zur Betreuung von Kleinkindern eindeutig ergeben hat.
Was brauchen die Kinder - was tut ihnen gut?
Wir empfinden die extreme finanzielle Bevorzugung der Fremdbetreuung unserer Kleinkinder gegenüber der Eigenbetreuung
als Einschränkung der Wahlfreiheit und Entmündigung der Eltern!
Wenn schon die SP-VP-Regierung im Bund in Richtung Verstaatlichung der Kinder geht,
muß das doch nicht die ÖVP in Oberösterreich machen.
Wir erwarten uns von der ÖVP Oberösterreich - trotz aller gegenteiligen Anzeichen -
die Anerkennung der Leistungen jener Mütter und Väter, die bereit und fähig sind,
ihre Kinder in den entscheidenden ersten Lebensjahren selber zu betreuen.
Und wir wissen, daß wir damit eine unschätzbare Leistung für die Gesellschaft erbringen.
Sie ist mit Geld eigentlich nicht aufzuwiegen, aber nicht einmal das gönnt uns derzeit die hohe Politik in angemessenem Maß.
Politiker reden gerne von Arbeitsplätzen, die mit den vielen Kinderbetreuungsmilliarden geschaffen werden.
Viel einfacher, billiger und effektiver wäre es, wenn unsere Politiker die Arbeit der Mütter und/oder Väter zuhause als Beruf werteten,
wie das die verdienstvolle Frau Dr. Herta Herglotz seit Jahren unermüdlich fordert.
Und tatsächlich ist die Betreuung eines Kleinkindes ja ein Vollzeitberuf
und die gewissenhafte Betreuung eines Schulkindes zumindest ein Teilzeitberuf -
durchaus vergleichbar mit dem Aufwand für die Pflege alter Menschen,
wofür ja auch etwas gezahlt wird, nämlich Pflegegeld.
Wenn wir ein Elterngehalt von z.B. 800,-- Euro für unsere wertvolle Arbeit fordern, hören wir als Einwand immer: "unfinanzierbar".
Ein Platz in der Krabbelstube kostet aber mindestens das Doppelte.
Und Sozialhilfeempfänger sollen demnächst, ohne dafür eine Leistung zu erbringen, gut 800,-- Euro monatlich erhalten.
Wir finden es äußerst beschämend und für die Zukunft unserer Gesellschaft schädlich,
wenn die Leistung der Eltern, die ihre Kinder selber betreuen wollen und auch können,
von der hohen Politik so wenig wertgeschätzt wird.
Wir sehen zwar Kinder als Geschenk, das nicht in Geld aufgewogen werden kann,
aber ohne Geld können wir unseren wertvollen Dienst an der Gesellschaft nicht leisten.
Und gerade kinderreiche Familien braucht das Land so dringend!
Wir Freunde kinderreicher Familien wissen es, und Sie wissen es auch:
Zwei Kinder je Elternpaar sind nicht genug, um den Generationenvertrag aufrecht zu erhalten.
Es sollte viele kinderreiche Familien geben, die den Mangel der Kinderlosen ausgleichen.
Und dazu braucht es vor allem eine bessere Anerkennung unserer Leistungen.
Spätestens ab vier Kindern sollte daher Familie als Beruf gelten -
für einen Elternteil ganz oder für beide in Teilzeit,
jedenfalls eindeutig öffentlich anerkannt (nicht nur in Sonntagsreden, sondern echt!).
In der Hoffnung auf ein Umdenken
verbleiben wir
mit Freundlichen Grüßen
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1. Februar 2009 - weiteres - ergänzendes - Schreiben
Sehr geehrter Herr Landeshauptmann!
Ergänzend zu unserem Schreiben vom 24. Jänner schicken wir Leserbriefe, die unsere Meinung bestätigen.
Viele Bürger von Oberösterreich wollen gar nicht, daß Kinderbetreuung ganz gratis ist.
Schon gar nicht wollen sie, daß Kinder unter drei Jahren in Krabbelstuben verfrachtet werden.
Bitte verhindern Sie wenigstens das, wenn Sie schon meinen, die Kindergärten gratis machen zu müssen -
aus Liebe zu und mit Rücksicht auf die seelische Gesundheit unserer Kinder!
Bereits 2001 schrieb ja Ulrich Schilling-Strack in den OÖN:
Berufstätige Mütter sind ein politischer Fehler, OÖN 7.2.01
Weiters schicken wir auch den Hinweis aufden Artikel
"Day care is bad for babies."
über Steven Biddulph:
Schon 2006 warnte der „parenting guru and psychologist“ vor dem gigantischen soziologischen Experiment,
das wir in den Industriestaaten mit unseren Kindern machen.
Freundliche Grüße
Alois Wolfmayr, Grünburg, Oberösterreich
für die Freunde kinderreicher Familien
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LH von Oberösterreich
[email protected];
29.1.09:
Sehr geehrter Herr Wolfmayr!
Herzl. Dank für Ihre E-Mail vom 26.1.09 betr. Einführung des Gratiskindergartens in Oberösterreich.
Ich darf Ihnen meine Beweggründe zur Einführung des Gratiskindergartens kurz darlegen.
Mit diesem Angebot möchte ich den Familien meine Wertschätzung für ihre tägliche Arbeit entgegenbringen.
Ich möchte ihnen aber auch die Möglichkeit bieten, ihre Kinder in die Obhut eines Kindergartens zu geben,
und nicht dafür bezahlen zu müssen.
Ich will den Familien die Wahlfreiheit überlassen,
Familie und Beruf nach ihren Wünschen zu vereinbaren.
Ich verstehe Ihre Sorgen, die Sie mir mit Ihrer Nachricht schildern, sehr gut.
Ein wirtschaftlich erfolgreiches Land wie Oberösterreich muß aber unseren Familien auch ein Angebot machen können, das sie unterstützt.
Ich habe höchsten Respekt vor kinderreichen Familien
und wünsche mir möglichst viele für unser Land.
Die Zahlen und die Realität in Oberösterreich zeigen aber,
daß sich junge Menschen oft nur dann für ein Ja zu Kindern aussprechen,
wenn sie auch auf ein verläßliches Netz an Kinderbetreuungseinrichtungen zurückgreifen können.
Das soll in keinster Weise eine Abwertung all jener Eltern sein, die ihre Kinder ausschließlich selbst erziehen wollen.
Natürlich bleibt das Erziehungsrecht in erster Linie Elternrecht.
Der Gratiskindergarten ist ein Angebot des Landes an die Eltern,
insbesondere an jene,
die aufgrund des geringen Einkommens anstelle des Kinderwunsches einer Erwerbsarbeit nachgehen müssen.
Es geht mir wirklich nicht darum, Eltern zu entmündigen,
sondern ganz im Gegenteil Hilfe anzubieten, um Oberösterreich noch familien- und kinderfreundlicher zu machen.
Mit den besten Grüßen bin ich
Ihr
Pühringer (Unterschrift)
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Unsere Antwort auf das Schreiben des Landeshauptmanns von Oberösterreich vom 14. Februar 2009
Sehr geehrter Herr Landeshauptmann!
Danke für Ihr Schreiben vom 29.1.09, mit dem Sie unser Schreiben vom 23.1.09 beantwortet haben.
Sie sagten zu uns Freunden kinderreicher Familien, die wir unsere Kinder selber betreuen wollen, - auf den Punkt gebracht:
Ich schätze Ihre Leistungen sehr und habe höchsten Respekt vor kinderreichen Familien.
Aber Geld bekommt Ihr dafür nicht.
Meine Wertschätzung gilt den Eltern für Eigenbetreuung nur in Worten.
Die finanzielle Wertschätzung dagegen gibt es ausschließlich für Fremdbetreuung in Krabbelstuben und Kindergärten.
Wenn wir auf gleiche Art antworten, müssen wir sagen:
"Wir schätzen Ihre Arbeit als Landeshauptmann sehr.
Wir haben höchsten Respekt vor Ihren Leistungen.
Aber unsere Stimme bei der nächsten Wahl bekommen Sie nicht."
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Sie wissen, daß die ÖVP auf Bundesebene inzwischen die Verstaatlichung der Kinder zusammen mit der SPÖ einen kräftigen Schritt weitertreiben will
(Stichwort einkommensabhängiges Karenzgeld für jene Mütter,
die bereits nach einem Jahr ihr Kind in Fremdbetreuung geben und in den Beruf außer Haus zurückkehren).
Hier geht es nicht mehr um den Gratiskindergarten für Fünfjährige, sondern um die Fremdbetreuung von Einjährigen.
Und da ist ein großer Unterschied!
Jüngst wandten sich in Deutschland wieder einmal
Fachleute gegen die "Krippenhysterie".
Kleinkinder erleiden seelischen Schaden durch ganztägige Fremdbetreuung!
(Wahlfreiheit gibt es für Sie also nur für jene, die Familie und Beruf vereinbaren wollen.
Wir wollen aber Wahlfreiheit "Familie oder Beruf"!.
Die öffentliche Hand nimmt das Geld von allen Steuerzahlern, gibt es aber nur für Fremdbetreuung aus,
für die Eigenbetreuung gibt es nichts.
Da von Wahlfreiheit zu sprechen, ist genau genommen ein Hohn!)
Warum machen Sie den kinderreichen Familien dann nicht ein Angebot, das sie wirklich unterstützt,
das ihre persölnliche Entscheidung in der Kinderbetreuung echt freistellt?
Z.B. wenigstens ein Teil des Geldes, das für Krabbelstuben und Kindergärten aufgewendet wird, würde uns schon viel helfen.
Junge Leute wollen sicher nicht nur Familie und Beruf, sondern:
Junge Mütter wollen in den ersten (entscheidenden und prägenden) Lebensjahren des Kindes ganz für ihr Kind da sein.
Und das ist gut so.
Siehe dazu auch unsere eine Umfrage zur Betreuung von Kleinkindern!
Und wenn sie nur einen Teil des Geldes, das die öffentliche Hand für Fremdbetreuung aufwendet, direkt in die Hand bekommen,
sind sie auch finanziell in der Lage, echt frei zu wählen.
Gerade Eltern mit geringem Einkommen brauchen eine solide finanzielle Basis,
damit sie sich Kinder leisten können, die sie - zumindest in den ersten entscheidenden Lebensjahren - selber betreuen wollen.
Noch dazu wird das Geld in der Hand der Eltern selber wesentlich effektiver und sparsamer für die Kinder verwendet,
als auf dem Umweg über Institutionen mit vielen Extrakosten und zusätzlichen Belastungen für die Umwelt
(z.B. Fahrten mit Kindergartenbussen, Fahrten der Mütter zu ihren Arbeitsplätzen, Fast-food anstatt selber hergestellter Nahrung etc.)
Kinderfreundlichkeit könnten Sie zeigen, wenn Sie die Arbeit der Eltern nicht nur in schönen Reden wertschätzen,
sondern mit echter finanzieller Anerkennung!
Ein Elterngehalt würde viele Arbeitsplätze in den Familien schaffen!
Viele Lehrer beklagen die zunehmende Unaufmerksamkeit und geringer werdende Belastbarkeit der Schulkinder.
Sie führen dies hauptsächlich auf die unsicher gewordenen Kinderstuben zurück.
Wir appellieren daher an Sie als unseren Landeshauptmann und wichtigen Mann der ÖVP auch für ganz Österreich:
sondern in Taten, d.h. in echtem Geld!
können sie wirklich frei entscheiden,
ob sie ihre Kinder selber betreuen wollen,
oder von der Tagesmutter oder in einer Krabbelstube oder.....
Das verstehen wir unter echter Wahlfreiheit!
Freundliche Grüße
Alois Wolfmayr, Grünburg, Oberösterreich
für die Freunde kinderreicher Familien
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Dienstag, 17. Februar 2009 07:29
An: '[email protected]'; '[email protected]'
Wahlfreiheit könnten wir durch ein einheitliches Betreuungsgeld herstellen
Sehr geehrter Herr Landeshauptmann!
Wir glauben nicht – im Gegenteil.
Bitte lesen Sie diese Untersuchung es Otto-Wolff-Instituts!
http://www.otto-wolff-institut.de/Publi ... 1_2007.pdf
Freundliche Grüße
Alois Wolfmayr, Grünburg, Österreich
[email protected]; http://www.wolfmayr.org
Kleine Zeitung 9.8.2012:
Ein Krippenplatz kostet pro Kind und Monat rund 2000 Euro. Ist es nicht eine Illusion zu glauben, ein Ausbau bis zu einem Versorgungsgrad von 33 Prozent sei finanzierbar? ....