Stressresistenz und Entmutterung
Posted: 13.12.2006, 23:39
Leserbrief an den Standard, Österreich
Sehr geehrte Frau Strnadl!
[email protected]
In Ihrem Artikel „Dem Stress auf den Grund gegangen“ vom 29. Nov. 2006 finden Sie zwar die Ursache für die geringere Belastbarkeit und die höhere Neigung zu Ängstlichkeit und Depressionen. Sie ziehen daraus aber nicht die richtigen Lehren.
Uns ist der folgende Abschnitt ins Auge gesprungen:
#############################################
Bei Studien in den 1990ern wurden neugeborene Ratten in den ersten drei Lebenswochen an zehn Tagen jeweils kurz von ihrer Mutter entfernt. Nachdem sie entwöhnt waren, kamen sie in eine ganz normale Rattenkolonie. Als die Tiere erwachsen waren, wiesen sie erhöhte Stresshormonwerte auf, verhielten sich deutlich ängstlicher. Ähnliche Ergebnisse brachten Studien an indischen Hutaffen, deren Mütter selbst so gestresst waren, daß sie sich kaum um die Jungen kümmerten: Auch die vernachlässigten Affen zeigten als Erwachsene überbordende physiologische Reaktionen.
Im folgenden Abschnitt wird die Entwicklung neuer Medikamente in Aussicht gestellt.
Wieder einmal wird nicht die Ursache des Übels behoben, sondern versucht, die Auswirkungen mit Pillen zu bekämpfen. Erinnert uns ein wenig an „Schöne neue Welt“ von Aldous Huxley.
Auf den Menschen umgelegt bedeutet das:
##################################
Wir wissen, daß Babys und Kleinkinder die Mutter ganz dringend brauchen. Sie können sich in den ersten Lebensjahren optimal nur mit liebevoller und verläßlicher Ganztagsbetreuung durch die Mutter (und Vater) entwickeln. Die neuesten Forschungen zur Entwicklung des Gehirns in den ersten Lebensjahren haben das wieder bewiesen.
Werden sie dagegen in den ersten Lebensjahren zu oft und zu lange von ihrer Mutter getrennt, wie das bei Betreuung z.B. in Krabbelstuben geschieht, können sie das Urvertrauen nicht aufbauen und werden sie im späteren Leben weniger belastbar, neigen zu Ängsten und Depressionen.
Wir sollten nicht an den Symptomen herumkurieren mit Antidepressiva, Schulpsychologen etc. sondern die Ursachen erkennen und dort ansetzen:
Kinder brauchen Mütter und Väter, und das total!
#######################################
Die Betreuung in Krabbelstuben durch wechselnde Personen, die niemals die Mutterliebe ersetzen können, mag manchmal eine notwendige Lösung sein. Aber aus einer Notlösung sollten wir nicht eine Regel machen.
Wenn Sie mehr dazu wissen wollen, sollte einmal auf der Seite der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin [newtaburl=http://www.christa-meves.de/]Christa Meves[/newtaburl] nachlesen!
Sehr geehrte Frau Strnadl!
[email protected]
In Ihrem Artikel „Dem Stress auf den Grund gegangen“ vom 29. Nov. 2006 finden Sie zwar die Ursache für die geringere Belastbarkeit und die höhere Neigung zu Ängstlichkeit und Depressionen. Sie ziehen daraus aber nicht die richtigen Lehren.
Uns ist der folgende Abschnitt ins Auge gesprungen:
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Bei Studien in den 1990ern wurden neugeborene Ratten in den ersten drei Lebenswochen an zehn Tagen jeweils kurz von ihrer Mutter entfernt. Nachdem sie entwöhnt waren, kamen sie in eine ganz normale Rattenkolonie. Als die Tiere erwachsen waren, wiesen sie erhöhte Stresshormonwerte auf, verhielten sich deutlich ängstlicher. Ähnliche Ergebnisse brachten Studien an indischen Hutaffen, deren Mütter selbst so gestresst waren, daß sie sich kaum um die Jungen kümmerten: Auch die vernachlässigten Affen zeigten als Erwachsene überbordende physiologische Reaktionen.
Im folgenden Abschnitt wird die Entwicklung neuer Medikamente in Aussicht gestellt.
Wieder einmal wird nicht die Ursache des Übels behoben, sondern versucht, die Auswirkungen mit Pillen zu bekämpfen. Erinnert uns ein wenig an „Schöne neue Welt“ von Aldous Huxley.
Auf den Menschen umgelegt bedeutet das:
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Wir wissen, daß Babys und Kleinkinder die Mutter ganz dringend brauchen. Sie können sich in den ersten Lebensjahren optimal nur mit liebevoller und verläßlicher Ganztagsbetreuung durch die Mutter (und Vater) entwickeln. Die neuesten Forschungen zur Entwicklung des Gehirns in den ersten Lebensjahren haben das wieder bewiesen.
Werden sie dagegen in den ersten Lebensjahren zu oft und zu lange von ihrer Mutter getrennt, wie das bei Betreuung z.B. in Krabbelstuben geschieht, können sie das Urvertrauen nicht aufbauen und werden sie im späteren Leben weniger belastbar, neigen zu Ängsten und Depressionen.
Kinder brauchen Mütter und Väter, und das total!
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Die Betreuung in Krabbelstuben durch wechselnde Personen, die niemals die Mutterliebe ersetzen können, mag manchmal eine notwendige Lösung sein. Aber aus einer Notlösung sollten wir nicht eine Regel machen.
Wenn Sie mehr dazu wissen wollen, sollte einmal auf der Seite der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin [newtaburl=http://www.christa-meves.de/]Christa Meves[/newtaburl] nachlesen!