Von Geburt an für jeden Existenzsicherung

Hier wird über Familienpolitik diskutiert.
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Lukas79
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Von Geburt an für jeden Existenzsicherung

Post by Lukas79 »

Bei drohenden Krisen werden gerne "Schlüsselarbeitskräfte" definiert, die für eine Bewältigung der allfälligen Krise besonders geschützt werden müssten. Meist handelt es sich bei Schlüsselarbeitskräften um Menschen in Rettungsdiensten.

Auch Menschen, die Kinder erziehen, sind Schlüsselarbeitskräfte. Sie weren nur nie als solche genannt. Und sie bedürften nicht eines außergewöhnlichen Schutzes, sondern schlicht einer leistungsadäquaten Honorierung ihrer Arbeit.

Kindererziehung ist Arbeit. Noch dazu eine, für die es keinen Kollektivvertrag, keine verbriefte Wochenarbeitszeit oder eine andere derartige Errungenschaft gibt. Wer Kinder erzieht, sichert Pensionen - auch jene Kinderloser. Wer Kinder erzieht, erhält das Gesundheitssytem - auch für Kinderlose usw. usf.

Soziale Sicherungssysteme beruhen gleichermaßen auf stabiler oder wachsender Bevölkerungsentwicklung wie wirtschaftliche Prosperität. Wer für stabile oder wachsende Bevölkerungsentwicklung sorgt, hat Anspruch auf ein Leistungsentgelt - und muss nicht um ein Almosen bitten.

Das ist der Grund dafür, dass Kindererziehung besser honoriert werden muss. Wie der ehemalige Geschäftsführer des Österr. Instituts für Familienforschung, Helmuth Schattovits, ausführt, treffen sämtliche Kriterien, die für Gewährung von Pflegegeld auf Stufe 7 (rd. 1500 Euro) erfüllt sein müssen, jedenfalls auf ein Neugeborenes zu. So pflegebedürftig ist ein Baby. Das Kinderbetreuungsgeld macht aber nur rd. 400 Euro aus.

Dieses Beispiel sei nur als eines von vielen für ein Missverhältnis in unserem Sozialsystem genannt. Kinder und Familien werden in der Vertretung ihrer Interessen am ehesten erfolgreich sein, wenn sie Familienpolitik als Querschnittsmaterie verstehen und ihre Standpunkte in verschiedene Politik-Bereiche und -Szenarien einklinken.

Das heißt konkret, dass etwa jetzt, wo über eine Existenzsicherung diskutiert wird, die Frage aufgeworfen weren muss, ab welchem Lebensjahr wessen Existenz dergestalt gesichert werden soll. Um dem aus den realsozialistischen Unrechtsstaaten Gelernten Rechnung zu tragen, müsste es eine Existenzsicherung sein, die jeder und jedem von Geburt an zugute kommt.

Damit würde der Staat nicht Ungleichgewichte erzeugen, sondern die Diskriminierung von Kindern, Müttern und Vätern beenden und Armut bekämpfen. (Selbstverständlich müsste eine solche Existenzsicherung alternativ zu sonstigen staatlichen Leistungen umgesetzt werden und nicht additiv!)

PS: Selbstverständlich ist Kindererziehung auch Freude, Sinnstiftung und Quell von Liebe. Aber wenn wir von Sozialpolitik sprechen, müssen wir bei sozialpolitischen Termini bleiben. Und hier geht es um Leistungs- und Honorierungsgerechtigkeit.
alwis
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Post by alwis »

Danke für Ihren Beitrag - er trifft genau das Anliegen, für das wir uns einsetzen wollen:
* Existenzsicherung für alle, auch für Kinder und deren Mütter
* Anerkennung (geistig und finanziell) der Betreuungsleistungen der Mütter

Ich habe das auch in meinem Neujahrswunsch an Politiker verpackt.
Nachzulesen unter "Allgemeines" in diesem Forum:

http://www.wolfmayr.org/familie/viewtopic.php?t=84
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weitere Querverweise zum Thema

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Umfrage zur Betreuung von Kleinkindern; http://www.wolfmayr.org/familie/viewtopic.php?t=156
Kleinkind bei Mama & Papa - Tagesmutter o. Krabbelstube; http://www.wolfmayr.org/familie/viewtopic.php?t=120

Verantwortung für die Familie e.V. von Christa Meves; www.vfa-ev.de
www.familie-ist-zukunft.de - Dr. Maria Steuer - ebenfalls sehr empfehlenswert
Verband der Familienfrauen- und männer; www.dhg-vffm.de/p/modules/news
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