Wann, wenn nicht zu Weihnachten, sollte man es auch positiv zu sehen versuchen: Wir haben eine Familienministerin. Vergessen wir die Turbulenzen der Bildung des neuen Ministeriums. Sehen wir das ab jetzt positiv. Denn unbestreitbar ist ja jedenfalls: Die Familien brauchen Anerkennung, sie brauchen ein Signal. Sie sind nicht nur zu Weihnachten das wichtigste emotionale Kraftzentrum. Sie sind zugleich auch für dieses Land die entscheidende Zukunft. Jedoch: Das was die neue Ministerin in ihren ersten Interviews von sich gegeben hat, ist mehr als enttäuschend. Es hat vor linksgrünen Plattitüden nur so gestrotzt. Aber versuchen wir auch das noch irgendwie zu tolerieren. Sophie Karmasin ist ja nicht nur als Ministerin total neu. Sie ist auch in der Materie Familie total neu. Senden wir ihr statt Kritik Ratschläge, was ein Familienminister (endlich) tun müsste. (Mit nachträglicher Ergänzung)
Festzuhalten ist aber schon: Das was Karmasin bisher gesagt hat, ist das absolute Gegenteil dessen, was die Wähler der ÖVP von ihrer Partei in Sachen Familie erwarten. Oder besser gesagt: halt noch irgendwie erhoffen. Denn erwarten tun sie sich eh kaum noch etwas von der Volkspartei, der ja schon bald die letzten verärgerten Wähler davonlaufen.
Es ist ja kein Zufall, dass jetzt schon zwei andere Parteien bei der bevorstehenden EU-Wahl um die von der ÖVP im Stich gelassenen wertkonservativen Wähler kämpfen wollen. Neben der FPÖ ist das nun auch eine Gruppierung rund um Ewald Stadler, welche die Christenpartei und die Studentengruppe JES zusammenfasst. Bei beiden Gruppierungen wird neben Europa das Thema Familie ein absolutes Thema sein. Was eine neue Familienministerin doppelt fordern müsste.
Die ÖVP hatte offenbar die Konsequenz daraus gezogen, dass sie bei Umfragen nun auch die Familienkompetenz verloren hat. Das muss für Michael Spindelegger eine schlimme Schrecksekunde gewesen sein. Denn wofür steht seine Partei überhaupt noch? Nur noch für Bauern- und Kammerinteressen?
Der bisher für Familien zuständige schwarze Minister Reinhold Mitterlehner hat sich jedenfalls keine Sekunde um die Materie gekümmert. Er hat sie halt lustlos von seinem kinderreichen Vorgänger übernommen und sie bereitwillig an zwei Staatssekretärinnen abgeschoben, solange er welche hatte. Mitterlehners Nachfolgerin könnte sich und die ÖVP daher damit leicht profilieren. Sie hat aber vom Start weg Probleme. Denn zumindest in den ersten Tagen hat sie in Serieninterviews Positionen bezogen, die deckungsgleich mit denen von Grün und Rot sind (und vielleicht auch von Pink, aber bei denen weiß man das meist nicht so genau).
Statt eigener Eindrücke sei die Kathpress zitiert, welche die ersten Interviews der Ministerin so zusammenfasst: „Karmasin hat sich in Zeitungsinterviews zu einem liberalen Kurs in Sachen Familienbild, Homo-Ehe, Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtliche Paare und Geschlechterrollen bekannt. Forcieren möchte sie außerhäusliche Kinderbetreuungseinrichtungen und den Ausbau von Ganztagsschulen“. (Kleine Anmerkung am Rande zur unpräzisen Verwendung des Begriffs „liberal“; gemeint hat die Kathpress eindeutig einen „linken Kurs“).
Das wärs dann wohl schon, werden sich viele bei diesen Worten der Neoministerin gedacht haben. Versungen und vertan. Der Versuch von Michael Spindelegger, durch die (ja von anderer Seite heftig kritisierte) neue Ministerien-Konstruktion wenigstens das Familienimage zurückzuerobern, kann damit schon als gescheitert bezeichnet werden. Selber schuld, werden manche sagen. Schließlich hat Spindelegger ganz offensichtlich keine Zeit darauf verwendet, sich seine Ministerin vorher genau anzuschauen und sie abzuklopfen, ob deren Vorstellungen mit denen der ÖVP und vor allem denen ihrer Wähler zusammenpassen. Was hilft es, wenn der neue ÖVP-Generalsekretär mutig das Konservative betont, wenn die einzig gesellschaftspolitische Ministerin der Partei ganz auf links macht?
Aber seien wir nicht vorschnell. Vielleicht ist Karmasin ja lernfähig und hat es nur bisher nicht besser gewusst. Daher seien ihr einige Ratschläge auf den Weg gegeben, was sie tun könnte, was sie tun müsste, da ihr ja eben konservative und nicht linke Stimmen den Einzug in das Amt ermöglicht haben. Im Grund laufen alle Ratschläge immer auf den einen hinaus: Wenn man schon kein Geld hat, dann kann man zumindest dafür sorgen, dass die wahren Fakten bekannt werden.
Liebe Frau Karmasin, lassen wir es bei diesen 15 Punkten. Keiner davon kostet sonderlich viel Geld, wenn überhaupt. Vieles davon wären Meinungsumfragen, da kennen Sie sich ja aus. Lassen Sie sich vor allem durch Widerstände nicht vom Stellen der richtigen Fragen abhalten.
Machen Sie sich das Prinzip zur Devise:
Studieren geht über Reden. Mit jeder einzelnen dieser Studien
können Sie eine exzellente Pressekonferenz veranstalten.
Mit jeder einzelnen können Sie bis zum nächsten Weihnachtsfest
den Eltern zeigen, dass die Familien endlich ein echtes Anliegen
der ÖVP geworden sind. Mit jeder einzelnen könnten sie Gewäsch
entlarven, das nur auf Ideologie, aber nicht auf Fakten beruht.
Frau Karmasin: Die Familien brauchen Sie. Und Sie brauchen die Familien, nicht den linken Medien-Mainstream. Ich kann Ihnen verraten: Wenn Sie das nicht schaffen, sind Sie rascher wieder Ex-Ministerin, als man denken mag. Haben doch die letzten Wochen gezeigt, dass Michael Spindelegger zwar seine Mannschaft leider nicht ausreichend brieft und führt, aber dass er sehr rasch ihm ungeeignet erscheinende Mitspieler fallen lässt. Und zwar über Nacht.
Denken Sie auch an einen anderen Neo-Minister, nämlich Sebastian Kurz. Der strahlt in seinen ersten Interviews eine vielen Bürgern sympathische, für einen Politiker jedoch total ungewohnte Haltung aus: nämlich Demut. Er hat erkannt: Einem neuen Minister steht es gut an, vorerst lernen zu wollen. Und nicht schon gleich zu behaupten, alles zu wissen. Denn dann weiß er gar nichts.
Original bei [newtaburl=http://www.andreas-unterberger.at/2013/12/frau-karmasin-hier-ist-ihre-to-do-liste/]Andreas Unterbergers Tagebuch, 25. Dez. 2013[/newtaburl]
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Weitere Hinweise
[newtaburl=http://www.berndorf.salzburg.at/system/web/news.aspx?bezirkonr=0&menuonr=218526838&detailonr=223768376]Berndorfer Modell[/newtaburl]
Einstimmig, also mit Zustimmung von ÖVP, SPÖ und FPÖ hat die Gemeindevertretung von Berndorf knapp vor Weihnachten das „Berndorfer Modell“ zur Förderung der familieninternen Kinderbetreuung beschlossen. Dabei geht es um konkrete Wertschätzung der familieninternen Kinderbetreuung durch Anhebung des Kinderbetreuungsgeldes auf die Höhe des Mindestsicherungssatzes von € 773,--/Monat bis zur Vollendung des 3. Lebensjahres des Kindes.
[newtaburl=http://schreibfreiheit.eu/2012/08/24/von-den-kindern-und-ihren-feinden/]Von den Kindern und ihren Feinden[/newtaburl]
„Kinderkrippen“-Totalitarismus, „Ganztagsbetreuung“, „Gender“-Idiotie, „Barcelona-Ziel“, republikanische derzeitige „Schulreform“ — um nur einige Gravamina aufzuzählen. Allesamt entstammen sie dem Urgrund altbekannter linker Familienfeindlichkeit, wünschen das Kind unter möglichst weitreichende staatliche Kontrolle zu bringen, sind offen sinnwidrig und dem gesunden Menschenverstand entgegenstehend.
[newtaburl=http://www.wolfmayr.org/familie/viewtopic.php?t=13]Verstaatlichung der Kinder - wehrt euch![/newtaburl]
Ich würde das unseren Kindern nie antun wollen - schon mit 6 Monaten ganztags in der Krabbelstube... NEIN!
Sie dürfen Tag für Tag ausschlafen, wie es ihnen gefällt.
Während des Tages dürfen sie unbelastet vom Gruppendruck spielen und die Welt um sich entdecken, wie es ihnen selber gefällt.
Termindruck, Hektik und Zwang kommen noch früh genug.
[newtaburl=http://schreibfreiheit.eu/2012/06/01/verstaatlichung-der-kinder-wird-scheitern-wie-im-ostblock/]Verstaatlichung der Kinder wird scheitern – wie im Ostblock.[/newtaburl]
Zählt man sämtliche Faktoren zusammen, so gibt es am Ende nicht einen einzigen Pluspunkt FÜR die Kinderkrippe, sondern ausschließlich dicke Minuszeichen. Und zwar für alle Beteiligten: Für die kleinen Kinder, Mütter und Väter, Erzieherinnen, Politiker, Bund, Länder, Gemeinden usw......
[newtaburl=http://schreibfreiheit.eu/2011/11/20/erziehung-in-der-familie-ist-konkurrenzlos-gut-und-gunstig/]Erziehung in der Familie ist konkurrenzlos gut und günstig[/newtaburl]
Die ideale Betreuungsform in den ersten drei Jahren ist und bleibt die familiäre Erziehung.
Dagegen erwerben frühbetreute Kinder zwar vielleicht vermehrt kognitive Inhalte, aber ihre viel wichtigere seelische Entwicklung stagniert.
[newtaburl=http://schreibfreiheit.eu/2011/06/08/sp-vp-regierung-unterwegs-zur-verstaatlichung-der-kinder/]SP-VP-Regierung unterwegs zur Verstaatlichung der Kinder[/newtaburl]
Die Verstaatlichung der Kinder wird Schritt für Schritt vorangetrieben.
Familien werden den Bedürfnissen der Wirtschaft untergeordnet.
Damit befinden sich die Kinder im Zangenangriff von Linken und Industrie!
[newtaburl=http://schreibfreiheit.eu/2010/10/31/philippika-der-kinderreichen-familien-gegen-diese-regierung/]2010 hieß es: Philippika der kinderreichen Familien gegen diese Regierung.[/newtaburl]
Wir sind zornig -
- auf Politiker, die ihren Parteien völlig überhöhte Beträge an Steuergeld zukommen lassen – und diese Beträge in den Zeiten der Finanzkrise sogar noch kräftig erhöht haben.
- auf Politiker, deren hohe Pensionen unsere Kinder einmal zahlen müssen. Unsere Kinder, für die Sie uns jetzt die Mittel wegnehmen.
- auf Politiker, die ihre Arbeit nur kurzfristig auf die nächsten Wahlen ausrichten und unfähig zu langfristigem und verantwortungsbewußtem Handeln zu sein scheinen.
- auf Politiker, die sich mit teuren Inseraten eine geneigte Presse aus unserem Steuergeld kaufen.
- auf Politiker, die rücksichtslos die Zukunft des ganzen Landes gefährden!