Alternative für Deutschland - Interview mit B. Lucke

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Heureka
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Alternative für Deutschland - Interview mit B. Lucke

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[newtaburl=http://www.kath.net/news/46900]KATH.NET-Interview mit Bernd Lucke,
Abgeordneter im Europäischen Parlament,
und Mitgründer der Partei „Alternative für Deutschland“ –
Von Michael Hageböck[/newtaburl]


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kath.net: Die von Ihnen geführte AfD zieht mit sieben Sitzen in das EU-Parlament ein. Am Wahlabend sagten Sie, die „Alternative für Deutschland“ sei auf dem Weg zur Volkspartei. Wie meinten Sie dies?

Bernd Lucke: Die AfD hat Zuspruch aus allen Schichten der Gesellschaft und aus einem sehr breiten Spektrum unterschiedlicher politischer Vormeinungen. Das unterscheidet uns von der FDP, die immer eine Klientelpartei war. Wir werden relativ gleichmäßig von Arbeitern und Angestellten, von Beamten und Selbständigen, von Handwerkern und Akademikern gewählt. Das haben wir mit Union, SPD und den Linken gemein, also mit den Parteien, die man üblicherweise als Volksparteien einstuft.

kath.net: Während sich die CDU von ihren Prinzipien entfernte, glauben Sie, Herr Lucke, Christdemokrat geblieben zu sein. Mit welchen Argumenten wollen Sie es schaffen, christdemokratische Stammwähler von der AfD zu überzeugen?

Bernd Lucke: Auch wenn ich persönlich mich als ein von seiner Partei verlassener Christdemokrat fühle, geht es uns als Partei nicht nur um christdemokratische Stammwähler, sondern um alle Wähler, die eine wertorientierte Politik vermissen. Viele unserer Mitglieder und Wähler kommen gerade deshalb zu uns, weil sie der Auffassung sind, dass die etablierten Parteien beliebig geworden sind – sie ändern ihre Positionen, wie es gerade Mode ist und wie man die meisten Wählerstimmen zu bekommen erhofft. Wir hingegen werden uns nicht verbiegen – auf die Gefahr hin, dass manche Wähler uns dann eben nicht wählen. Wir setzen uns für das ein, was wir für wertvoll halten: Demokratie und Rechtsstaat sind fundamentale Werte – deshalb sind wir dagegen, dass im Zuge der Eurorettung Verträge gebrochen und Parlamente unter Druck gesetzt worden sind. Die Sozialpflichtigkeit des Eigentums ist ein wichtiger Wert – wer auf Kosten der Steuerzahler Banken rettet, verkehrt diesen Grundsatz aber in sein Gegenteil. Der Schutz der Familie und das Wohl der Kinder sind uns wichtig – deshalb wollen wir, dass diejenigen gesellschaftliche Anerkennung erfahren, die sich Zeit für die Betreuung und Erziehung ihrer Kinder nehmen. Fleiß und Leistungsbereitschaft erfahren zu wenig Achtung – und daran krankt unser ganzes Bildungswesen. Und wer Einsatzbereitschaft und Verantwortung für wertvoll hält, der wird schnell zu dem Schluss kommen, dass eine militärische oder soziale Dienstpflicht nach der Schule schon deshalb nicht so übel ist,
weil die jungen Leute dann lernen,
dass man vom Staat nicht immer nur etwas fordern kann,
sondern manchmal ihm auch etwas geben muss......

Original auf [newtaburl=http://www.kath.net/news/46900]KATH.NET[/newtaburl]
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