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Oxford-Uni und die Redefreiheit!?

Posted: 11.12.2014, 23:37
by Heureka
GOD SAVE THE FREEDOM OF SPEECH

Oxford (kath.net) Eigentlich steht die University of Oxford in England wie kaum ein anderer Ort in Europa für Denkfreiheit und Diskussionsfreude. Diese Woche jedoch sorgte die traditionsreiche Universität für negative Schlagzeilen, als sie kurzfristig aus vermeintlichen „Sicherheitsgründen“ einer Debatte der Oxford Students for Life (OSFL) den Veranstaltungsort aufkündigte.
Dass nicht zum Tagesgeschäft übergegangen wurde, sondern eine breite kritische Berichterstattung folgte, zeigt vor allem Eines:
Viele sind schockiert, wenn es selbst an einer Universität nicht mehr möglich sein soll, eine zivilisierte, freie und offene Debatte zu führen.

Was war passiert?
Vergangenen Dienstag sollte in Christ Church, einem der 38 Colleges der Universität, eine Debatte
unter dem Titel „Britain’s Abortion Culture Hurts Us All“ stattfinden.
Thema sollte nicht das ethische Für und Wider von Abtreibung sein, sondern der Einfluss, den die
verbreitete Abtreibungspraxis in Großbritannien auf die Gesellschaft als Ganzes hat. Die Oxford Students for Life hatten dafür zwei bekannte Journalisten eingeladen, Tim Stanley und Brendan O’Neill. Sie sollten mit unterschiedlichen Positionen gegeneinander argumentieren.
Kein Grund für Hysterie, sollte man meinen. Oder eben doch, zumindest für eine Gruppe von Feministinnen, die sich auf Facebook unter dem Namen Oxrev Fems formierte.
Stein des Anstoßes war für sie, dass mit den beiden Journalisten zwei „Cis“-Männer die Debatte führen würden.
Dem unbedarften Leser sei erklärt, dass sich hinter den „Cis“-Männern all jene Männer verbergen, die sich auch als solche fühlen. Warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht! Es sei „absurd“, dass sich diese Männer darüber äußern, was „Menschen mit Gebärmüttern“ mit ihren Körpern machten, ließ auch die Women’s Campaign (WomCam) in einer Stellungnahme verkünden. Sie forderten nicht nur eine Entschuldigung von OSFL, sondern riefen auch dazu auf, die Veranstaltung mit „non-destructive but oh so disruptive instruments“ zu stören.
Was man sich darunter genau vorstellen darf, bleibt im Dunkeln, da die College Censors von Christ Church – so tatsächlich der sprechende Name – entschieden, die Debatte vorsorglich wegen "möglicher Sicherheitsprobleme“ zu canceln....