Entnommen aus [newtaburl=http://www.katholisches.info/2014/07/11/fatima-welche-rolle-spielt-russland-derzeit/]Katholisches.info[/newtaburl]
von Wolfram Schrems
Als Reaktion auf Fragen und Bemerkungen, die im Gefolge meiner Serie über Fatima im März/April d. J. (Der Schlüssel zum Verständnis der Glaubenskrise – Fatima und die Pflicht der Hirten Teil 1, Teil 2 und Teil 3) und deren Epilog vom 25.06.14 aufgeworfen worden sind, soll im folgenden die derzeitige Situation Rußlands thematisiert werden. Freilich handelt es sich um Kommentare, die keinerlei Kenntnisse Rußlands von innen vorweisen können. Auch die innersten Beweggründe der agierenden Personen bleiben uns naturgemäß verborgen. Es soll hier nur um einen Daraufblick und eine Bewertung im Zusammenhang mit Fatima gehen. Das scheint mir – abgesehen von der noch immer ausstehenden Weihe Rußlands – aus zwei Gründen dringlich, nämlich um einerseits vor einem naiven „ökumenischen“ Optimismus gegenüber den getrennten Ostkirchen zu warnen, aber andererseits auch, um die medial gleichgeschaltete Propaganda gegen die derzeitige russische Führung als lügenhaft und hetzerisch zu demaskieren.....
Eine Bemerkung zur russischen Spiritualität
Das Zarenreich – weder zu glorifizieren noch zu verteufeln
Wer ist Wladimir Putin?
Fazit
Vor etwa vier Jahren sprach ich mit einem betagten Gentleman alter Schule, einem hervorragenden Kenner Rußlands und Ostmitteleuropas, zum gegenständlichen Thema. Er äußerte dabei mit den Worten eines zeitgenössischen Autors, dessen Namen ich leider vergessen habe, sein Bedauern, daß Rußland nicht katholisch geworden sei. Solche Worte aus seinem Munde zu hören, war für mich eine große Überraschung. Damit bestätigte er wissentlich oder unwissentlich, was die Botschaft Fatimas bzw. das „Zweite Geheimnis“ ausmacht: Weihe und Bekehrung Rußland.
Hier liegt der Schlüssel zur Heilung Rußlands und zu einer Ausgießung großen Segens über die Menschheit.
Jedem denkenden Katholiken mit Geschichtsbewußtsein muß klar sein, daß das Schisma des Ostens nicht einfach schicksalshaft ist. Es beruhte auf den Entscheidungen der agierenden Personen. Es hätte nicht sein müssen. Die Geschichte hätte auch anders laufen können. Man stelle sich nur einmal auf dem Weg des Gedankenexperimentes vor, welche gewaltige spirituelle Kraft ein katholisches Rußland hätte – und wie viele Katastrophen den Völkern Rußlands und Europas erspart geblieben wären.
Mittlerweile ist die Lage aber dermaßen verworren, daß es mit politischen und diplomatischen, auch „ökumenischen“ Mitteln alleine unmöglich geworden ist, politischen Frieden, Heilung und Einheit im wahren Glauben zu erreichen.
Da Rußland wegen seines gewissen spirituell-theologischen Vakuums aufgrund seiner Trennung von der universalen Kirche zum Zielgebiet anarchistischer, marxistischer und sonstiger Subversion geworden ist, konnte es 1917 zu einer politisch und militärisch mächtigen Geißel der Menschheit werden. Es hat „seine Irrtümer“ über die ganze Welt verbreitet – bis in die Katholische Kirche hinein. Das II. Vaticanum hat sich als kolossaler Fehlgriff erwiesen, die Weigerung, den Kommunismus am Konzil ausdrücklich zu verurteilen, als schändlicher Verrat.
Diese Verwirrung war die bedingungsweise Warnung von Fatima. Sie ist eingetreten. Insofern haben die geschichtlichen Ereignisse die Prophezeiungen Fatimas eindrucksvoll bestätigt.
Die Weihe Rußlands an das Unbefleckte Herz der Gottesmutter wurde 1929 und danach eben nicht durchgeführt. Andererseits hat der Weiheakt von Johannes Paul II. 1984 zweifellos gewisse Segnungen hervorgebracht. Immerhin ist das Sowjetsystem mit seinem ganzen Terror verschwunden. Alte Dämonen sind aber noch immer aktiv, wie im immer noch existierenden kultischen Grabmal Lenins sinnbildlich symbolisiert.
Die jetzige spirituelle Situation Rußlands ist eben alles andere als klar, es gibt Licht und Schatten. Es ist auch denkbar, daß Rußland noch einmal eine Geißel für die apostasierten europäischen Völker wird. Ein dementsprechendes Szenario ist, daß sich die umnachteten Europäer unter amerikanischer Hegemonie zu einem Angriffskrieg auf Rußland hinreißen lassen – oder zu feindseligen Provokationen – und Rußland siegreich zurückschlägt.
Die Lage ist also nicht nur verworren sondern auch dramatisch. Ein Funke kann ungeheure Katastrophen nach sich ziehen.
Die oberste kirchliche Autorität muß daher die verlangte Weihe endlich durchführen. Das muß unsere Gebetsintention und Gegenstand unserer Petitionen sein.
Schließlich weiß der emeritierte hl. Vater Papst Benedikt über Fatima, einschließlich das „Dritte Geheimnis“, das er gelesen hat, bestens Bescheid. Er hatte dieses Wissen nur leider nicht adäquat umgesetzt. Wir hoffen, daß er dieses Wissen noch rechtzeitig einbringen kann. Es ist nicht auszudenken, was passiert, wenn dieser Akt des Glaubens noch länger hinausgeschoben wird. Andererseits kann man sich nicht vorstellen, welche Segnung der Triumph des Unbefleckten Herzens im kirchlichen und weltlichen Bereich nach sich ziehen muß, einschließlich der verheißenen Periode des Friedens.
Es würde allen wie Schuppen von den Augen fallen.