Die Tiroler Stunde –Regiogeld für Tirol
Die Tiroler Stunde ist eine Regionalwährung für Tirol. Die Besonderheiten der Tiroler Stunde sind die gewählte Maßeinheit Zeit, das Medium Münze und die Art der Schöpfung als Dank für Tätigkeiten für die Gemeinschaft.
Die Einheit: eine Stunde
Bei der Regionalwährung Tiroler Stunde wird eine (Arbeits-)Stunde als Maßeinheit verwendet.
Zur ersten Orientierung wird eine Tiroler Stunde mit 20 Euro bewertet. Damit ist in der Startphase eine einfache Umrechnung zwischen Euro-Preisen und Preisen in Tiroler Stunden möglich. Mittelfristig kann sich die Stunde als eigenerWertmaßstab ohne fixen Umrechnungskurs zum Euro entwickeln.
Das Medium: Münzen
Als Zahlungsmittel für die Tiroler Stunde werden Münzen verwendet. Die Stunden-Münzen aus Messing und die 15-Minuten-Münzen aus Kupfer werden in der Münze Hall geprägt. Bei besonderen Anlässen kommt ein mobiler Prägestock zum Einsatz.
Die Art der Schöpfung
Die Tiroler Stunde wird als Dank für Tätigkeiten für die Gemeinschaft in Umlauf gebracht.
Ein gemeinnütziger Verein kann damit z.B. seine Mitarbeiter bedanken.
Er bekommt die Stunden-Münzen vom Trägerverein der Tiroler Stunde und bezahlt dafür die Prägekosten und einen kleinen Beitrag für die Verwaltung.
Diese Art der Geldschöpfung bedingt auch, dass kein zentraler Rücktausch in Euro vorgesehen ist. Die Tiroler Stunde ist gedeckt durch Leistungen der Menschen, die sie verwenden.
Die Motivation
Die Tiroler Stunde entstand u.a. aus dem Bedürfnis, ein ergänzendes Verrechnungssystem zu erproben, das über die reine Tauschlogik zwischen zwei Beteiligten hinausgeht.
Ausgehend von Erfahrungen im Bereich der “Gemeingüter-Produktion” (z.B. Freie Software, Gemeingüter im Sozial- und Bildungsbereich) wird ein System angestrebt, das diese Art des kooperativen Wirtschaftens unterstützt.
Projekt in Entwicklung
Die Tiroler Stunde entstand im Jahr 2006 im Dialog zwischen einigen kirchlichen Einrichtungen, Bildungsinstitutionen und interessierten Kleinstbetrieben. Im Oktober 2006 wurde in Völs bei Innsbruck der Trägerverein “Tiroler Stunde für regionalesWirtschaften” gegründet. Das Projekt wurde von Anfang an so konzipiert, dass es schrittweise erprobt und weiterentwickelt werden kann. Im Jahr 2007 wurden drei Einsatzbereiche für Pilotprojekte gewählt:
• Senioren/Pflege/Betreuung
• Bildung
• Kleinstbetriebe
In den Pilotprojekten werden die verschiedenen rechtlichen, steuerlichen, buchhalterischen und organisatorischen Fragen exemplarisch beantwortet.
Wer akzeptiert Tiroler Stunden?
Zu den Firmen und Einrichtungen, die Stunden als Zahlungsmittel akzeptieren, gehören u.a. das Haus der Begegnung (Bildungshaus der Diözese Innsbruck), das Osterfestival Tirol, ein Tischler, ein Optiker, ein Biobauernhof, das Katholische Bildungswerk Tirol, Berater, Coaches und verschiedene DienstleisterInnen. Informationen zur aktuellen
Weiterentwicklungen der Tiroler Stunde sind online hier verfügbar