Familienpolitik

Diskussionen über Familienpolitik in Österreich und Europa
It is currently 29.09.2020, 06:55

All times are UTC + 1 hour [ DST ]




Post new topic Reply to topic  [ 1 post ] 
Author Message
PostPosted: 10.12.2019, 19:07 
Offline
Site Admin

Joined: 28.08.2006, 08:49
Posts: 1408
Location: Österreich/Austria
http://www.miniszterelnok.hu/viktor-orb ... erfolgung/
Viktor Orbáns Rede auf der internationalen Konferenz über die Christenverfolgung
source: miniszterelnok.hu

Sehr geehrte Eminenzen und Exzellenzen! Meine sehr geehrten Damen und
Herren! Liebe Brüder!

Ich begrüße Sie herzlich. Die Aufgabe ist mir gestellt worden. Nach Bischöfen,
ja nach Kardinälen, ja nach einem Patriarchen zu Ihnen zu sprechen ist eine
schöne Aufgabe. Hinzu kommt noch, dass ich von einem der vor mir
sprechenden Bischöfe, der sogar meiner Gemeinschaft vorsteht, einmal ein
Büchlein mit dem Titel bekommen habe: „Mini Praxis Pietatis.” Darin steht
über die Rede: „Rede. Wenn möglich: nichts. Wenn es sein muss: nicht ins
Einzelne gehen, nicht sich beschweren, nicht sich beklagen, nicht prahlen.” Sie
sehen, christliche Redner dieser Art haben es nicht leicht. Ich werde also nicht
ins Einzelne gehen, ich werde mich also nicht beschweren und ich werde nicht
prahlen. Auf Grund des Buches kann ich heute über eine einzige Sache
sprechen: Warum tut Ungarn, noch genauer warum macht die ungarische
Regierung das, was sie tut, und warum setzt sich gerade Ungarn für die
verfolgten Christen ein? Auf diese Frage suche ich die Antwort.

Liebe Gäste!
Die meisten der ungarischen Stämme, mehrere hunderttausend Menschen
kamen vor 1.100 Jahren hier an, und haben sich hier ihr Leben eingerichtet.
Nicht wir waren die ersten, vor uns waren schon zahlreiche Völker hierher
gekommen und verschwunden, ausgestorben oder weitergegangen. Die
Ungarn sind bis auf den heutigen Tag neugierig, warum uns nicht dieses
Schicksal ereilt hat. Warum sind wir, Ungarn, nicht verschwunden? Warum
sind wir, Ungarn, erhalten geblieben? Dabei sind wir anderer Art, um uns
finden wir Germanen und Slawen, und wir gehören zu keinen von ihnen. Wir
sind auch kulturell fremd, unsere Sprache ist einzigartig, in dieser Gegend
ohne Verwandte, unsere Lieder, unsere Literatur und unsere Tänze sind nur
für uns charakteristisch. Die anerkannteste Antwort lautet, unsere
soldatischen Tugenden und unsere unbestreitbare Lebenskraft hätten zum
Überleben nicht gereicht. Laut der anerkanntesten Antwort war das
Schlüsselmoment unseres Erhaltenbleibens die Aufnahme des christlichen
Glaubens. Es gibt Meinungen, die dies in erster Linie als ein diplomatisches
Bravourstück, als eine staatsorganisierende Leistung ansehen – dies geschah
vor tausend Jahren –, und das war es auch. Doch darüber hinaus oder eher all
dem vorausgehend war dies auch eine seelische Wiedergeburt und
tatsächliche Buße. Eine eigentümliche Variante der christlichen seelischen
Einstellung und der eigentümlichen ungarischen christlichen Staatsordnung
wurde hier vor tausend Jahren geboren. In den vergangenen tausend Jahren
haben wir zwar diesen Weg manchmal verlassen, aber am Ende haben wir
immer zurückgefunden. Deshalb sagt die ungarische Verfassung: „Wir
anerkennen die die Nation erhaltende Kraft des Christentums.” Das ungarische
Volk und die ungarische Regierung glauben also daran, dass das Christentum
das Erhaltenbleiben der Völker und der Nationen auf die Weise unterstützen
kann, wie das mit uns geschehen ist.

Liebe Gäste!
Unser erster christlicher König war mehr als ein herausragender Herrscher, er
war auch ein Seher. Er hat ein Buch geschrieben, eine Wegweisung, einen
seelischen und politischen Kompass. Obwohl er vor tausend Jahren für seinen
Sohn geschrieben hat, lesen wir, Ungarn, es trotzdem wie eine an uns
gerichtete persönliche Botschaft. Und wir sind in dem Bewusstsein, dass wenn
wir das beherzigen, was er geschrieben hat, wenn wir daran festhalten, dann
werden wir uns eine starke Heimat, eine blühende Kultur, ein liebendes
Zuhause und eine glückliche Familie errichten können. Das ist das politische
Handbuch der Ungarn, wir arbeiten auch heute hieraus. Ich lese einige
Ratschläge daraus vor. „Die Ausübung der Tugend der Güte wird dich zum
vollkommenen Glück führen. Sei barmherzig zu einem jeden, der Gewalt
erlitten hat, vergiss‘ in deiner Seele nie die göttliche Mahnung: Ich will
Barmherzigkeit und kein Opfer. Sei nachsichtig mit allen, nicht nur mit den
Mächtigen, sondern auch jenen gegenüber, die keine Macht besitzen. Dann sei
seelisch stark, damit dich dein gutes Schicksal nicht überheblich werden lässt
und das Unglück doch nicht in den Staub werfe! Sei auch demütig, damit Gott
dich jetzt und in der Zukunft erhöhe! Sei sanft, damit du dich niemals gegen
die Wahrheit wendest! Sei ehrlich, damit du niemandes schlechten Ruf
absichtlich begründest!” Und jetzt unser Liebling, das Lieblingszitat der
Ungarn: „Merke dir, dass (…) du ohne Zorn, Hochmut und Hass, in Frieden, in
der Seele demütig und sanft herrschen musst, denn jeder Mensch wird in dem
gleichen Zustand geboren, und nichts erhebt dich, nur die Demut, nichts stürzt
dich, nur der Hochmut und der Hass.” Hieraus arbeitet auch heute die
ungarische Regierung. Das ungarische Volk und die ungarische Regierung
glauben also daran, dass die christlichen Tugenden jenen zum Frieden und
zum Glück führen können, der sie ausübt. Deshalb sagt unsere Verfassung:
„Die Verteidigung der konstitutionellen Identität Ungarns und seiner
christlichen Kultur ist die Pflicht aller Organe des Staates.” Das ist das Erbe,
Exzellenzen, das uns verpflichtet, unseren Kräften entsprechend in der Welt
jene christlichen Gemeinschaften zu schützen, die der Verfolgung ausgesetzt
sind.

Sehr geehrte Konferenz!
Die Ungarn machen 0,2 Prozent der Weltbevölkerung aus. Hat das
Engagement und das Auftreten solch eines Volkes einen Sinn? Unsere Antwort
lautet: ja. Und Ihre Anwesenheit, Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Ansporn, dass
Sie heute hier sind, überzeugt uns davon – ganz zu schweigen von der
Geschichte des Christentums, die zwölf Apostel haben damals sicherlich einen
kleineren Anteil der Menschheit ausgemacht als heute die Ungarn, trotzdem
sind wir alle hier. Unserer Überzeugung nach inspiriert das Gute Gutes, das
Engagement, das Engagement der Ungarn wird auch Mut hervorrufen, das
Beispiel kann sich weiter verbreiten, das Handeln kann die Gelähmten
befreien und den Glauben an den Sinn der persönlichen Tat zurückgeben. Als
wir das Auftreten gegen die Christenverfolgung in den Rang der staatlichen
Politik erhoben haben, wer hätte gedacht, dass wir einige Jahre so viele hier in
Budapest sein werden?

Sehr geehrte Gäste!
Die nächste Frage, die die ungarische Regierung beantworten muss, lautet
folgendermaßen: Gibt es nicht genug gegen die Christenfeindlichkeit hier in
Europa zu tun? Warum müssen wir auf anderen Kontinenten Hilfe leisten? Es
ist die Überzeugung der ungarischen Regierung, dass die beiden Dinge, die
Probleme des Christentums in Europa und die Verfolgung der Christen in
Afrika sowie im Nahen Osten nicht voneinander getrennt werden können. Die
Fakten sind bekannt, von fünf wegen ihres Glaubens Verfolgten sind vier
Christen; 2018 wurden 245 Millionen Christen verfolgt; wir wissen von 4.300
Christen, die man wegen ihres Glaubens getötet hat; 1.847 christliche Kirchen
oder andere christliche Institutionen sind angegriffen worden. Europa
schweigt trotzdem, schweigt immer und immer wieder. Eine rätselhafte Kraft
verschließt den europäischen Politikern den Mund und lähmt ihre Arme. In
Europa kann die Christenverfolgung nur eine Frage der Menschenrechte sein.
Und wenn es eine Menschenrechtsfrage ist, dann kann man die Christen
gesondert auch gar nicht benennen, nur zusammen mit den anderen auf Grund
ihres Glaubens verfolgten Menschen, und auf diese Weise verschmelzen die
Christen und die Christenverfolgung mit der vielfarbigen Familie der wegen
ihrer Religion verfolgten. Auch das ist schon etwas von den Politikern, auch
das darf man nicht unterschätzen, aber wir müssen wissen, es lohnt sich zu
wissen, dass jene, die die Christenverfolgung nur als ein humanitäres Problem
ansehen, darüber nicht reden, was am wichtigsten ist. Nicht nur einzelne
Menschen, nicht nur einzelne Gemeinschaften, sondern eine ganze Kultur wird
auf organisierte und umfassende Weise attackiert: unsere Kultur, unsere
Zivilisation. Nicht nur in Afrika, nicht nur im Nahen Osten, sondern hier in
Europa, auch auf dem Boden der bisher erfolgreichsten christlichen
Zivilisation. Die Formen der Attacke sind vielfach: Bevölkerungsaustausch,
Einwanderung, Stigmatisierung, Verspottung, der Maulkorb der politischen
Korrektheit.

Sehr geehrte Gäste!
Warum wird all das jetzt hier, in Budapest, gesagt? Es ist meine eigene
persönliche Erfahrung, dass heute zahlreiche gute und wahre christliche
Politiker in Europa arbeiten, aber in dem heutigen europäischen Zeitgeist,
unter den Kräfteverhältnissen in der heutigen Medienwelt, unter der Last
ständiger Koalitionsverhandlungen können sie nicht, wagen sie nicht, wollen
sie nicht sprechen. Hier, in Ungarn, ist die Situation eine andere. Eine
Regierung ohne Koalition, politische Stabilität, eine die Einwanderung
ablehnende Stimmung in der Öffentlichkeit, eine den Schutz der christlichen
Kultur fordernde Mehrheit, die sagt: Wir sollten nicht das Problem hierher
bringen, sondern die Hilfe dorthin bringen, wo das Übel besteht. Ungarn liegt
auf der Route der muslimischen Einwanderungsinvasion, es muss sich
schützen, und das weiß hier in Ungarn ein jeder. Es ist der Ausgangspunkt der
ungarischen Politik, dass wir, Christen, das Recht haben, unsere Kultur und die
ihr entspringende Lebensform zu verteidigen. Wir sind frei, dies zu tun. In
Ungarn besteht Übereinstimmung auch darin, dass wir den unmittelbar in Not
geratenen Gemeinschaften Unterstützung leisten müssen, nicht den
Agenturen, sondern unmittelbar den in Not geratenen Gemeinschaften.
Deshalb suchen wir den Kontakt zu den führenden Persönlichkeiten der
dortigen Kirchen, denn über sie wissen wir, dass sie die völlige Verantwortung
für ihre Gemeinschaft übernehmen, über sie wissen wir, dass sie auch unter
den unseligen Bedingungen aushalten werden. Im Gegensatz zu den Politikern
vieler europäischer Länder denken wir, dass man den Menschen einen Anreiz
geben muss, damit sie dort leben und stärker werden können, wo ihre Ahnen
seit Jahrhunderten gelebt haben. Die Hilfe ist nicht zur Abreise nötig, sondern
zum Zuhausebleiben. Im Rahmen des Programms Hungary Helps finanzieren
wir aus diesem Grund den Wiederaufbau zahlreicher Schulen, Kranken- und
Wohnhäuser im Irak und in Syrien. An Orten, an denen man bisher vielleicht
nicht einmal gewusst hat, dass Ungarn überhaupt existiert. Darüber hinaus
ermöglichen wir für zahlreiche verfolgte christliche Jugendliche aus dem
Nahen Osten und aus Afrika auch die Möglichkeit an Universitäten in Ungarn
weiterzustudieren, auch für jene, die in ihrer Heimat wegen ihres Glaubens
niemals die Möglichkeit hätten, an eine Universität aufgenommen zu werden.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrte Eminenzen!

Liebe Brüder!
Und schließlich noch darüber, dass der größte Irrtum, den ein europäischer
Mensch aussprechen kann, nachdem er über die Verfolgung der Christen
gehört hat, darin besteht, zu glauben, dies könne mit ihm, in seinem Land
niemals geschehen. Viele Menschen wähnen sich sicher in diesem Irrglauben.
Dabei hat der Terror auch schon bisher mehrmals in Europa zugeschlagen.
Wir wissen auch, dass die westlichen Länder Europas dem Islamischen Staat
zahlreiche Soldaten gegeben haben, die doch hier geboren worden sind, im
Westen, und dort auch die Schule besucht haben. Wir wissen auch, dass mit
der illegalen Migration unkontrolliert Massen von Anhängern des radikalen
Islam nach Europa gekommen sind. Die demographischen Prognosen zeigen
ebenfalls, dass es in der nicht fernen Zukunft europäische Länder geben wird,
in denen sich die Verhältnisse im religiös-kulturellen Bereich schnell ändern
werden. All das, was in Syrien, im Irak geschehen ist oder was gerade in
Nigeria sich vollzieht, ist also viel näher bei uns als es viele Menschen
annehmen würden. Wir sind der Ansicht, Europa kann hiervon nur dadurch
gerettet werden, wenn es zur Quelle seiner wahren Werte, zur christlichen
Identität zurückfindet. Mit einem Wort: Liebe Brüder, auch wir, europäische
Christen, befinden uns in großer Not. Meiner Überzeugung nach können uns
zur Rettung Europas heute gerade jene die größte Hilfe bieten, denen wir jetzt
helfen. Die Beständigkeit der Leidenden ist die Aussaat der Samen. Wir geben
heute den verfolgten Christen, was sie benötigen: Ein Heim, Krankenhäuser,
Schulen, und wir bekommen von ihnen zurück, was Europa am meisten
braucht: christlichen Glauben, Liebe und Beständigkeit. In diesem Geist
wünsche ich Ihnen eine wertvolle Beratung!

Soli Deo gloria!


Top
 Profile  
 
Display posts from previous:  Sort by  
Post new topic Reply to topic  [ 1 post ] 

All times are UTC + 1 hour [ DST ]


Who is online

Users browsing this forum: No registered users and 1 guest


You cannot post new topics in this forum
You cannot reply to topics in this forum
You cannot edit your posts in this forum
You cannot delete your posts in this forum
You cannot post attachments in this forum

Search for:
Jump to:  
cron
Powered by phpBB® Forum. Software © phpBB Group