Pro-Life-Information am 12. März 2009
www.jugend-fuer-das-leben.at
***************
1) Ein wahrer Lebensschutz-Priester. Jüngste Vorwürfe gegen Pfarrer Gerhard Maria Wagner sind absolut unglaubwürdig
2) Deutschland: 2 Prozent weniger Abtreibung im Jahr 2008. Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes
3) Brasilien: Streit um Exkommunikation nach Abtreibung
4) „Jedes Auf-die-Welt-Kommen eines Menschen ist immer eine neue Schöpfung!“ Papst Benedikt XVI. empfängt Mitglieder der Päpstlichen Akademie für das Leben
5) Bischof Sgreccia protestiert gegen „Kind auf Bestellung“. Klinik in den USA wirbt mit Auswahl von Augenfarbe und Geschlecht
6) Vatikan/USA: Kritik an staatlicher Förderung der Stammzellen-Forschung
7) TERMINE & SERVICE
***************
1) Ein wahrer Lebensschutz-Priester. Jüngste Vorwürfe gegen Pfarrer Gerhard Maria Wagner absolut unglaubwürdig
Linz (12.03.2009, JfdL-md). Die jüngsten Vorwürfe, Pfarrer Gerhard Maria Wagner habe einer Frau Geld gegeben, um eine Abtreibung durchführen zu lassen, sind absolut unglaubwürdig. Erwiesenermaßen setzt sich der Windischgarstener Pfarrer für das Leben der Ungeborenen ein.
Seit über einem Jahrzehnt steht „Jugend für das Leben“ in gutem Kontakt zu Pfarrer Wagner, der designierten Linzer Weihbischof war. In seiner Pfarre Windischgarsten veranstaltete die Lebensschutzinitiative auf Einladung Wagners schon vor 13 Jahren Jugendstunden und Pfarreinsätze. Aber auch in den vergangenen Jahren hat Wagner immer wieder sein Engagement für die Ungeborenen unter Beweis gestellt: Sowohl zur alljährlichen Lichterkette, als auch auf verschiedenen Mitarbeiterwochenenden war er immer wieder als beliebter und spannender Redner zu Gast.
Im Februar sprach Margret Parzmair, Pressesprecherin von „Jugend für das Leben“, mit dem damals noch designierten Weihbischof über pressante Fragen im Lebensschutz. Dabei bekräftigte er immer wieder seine Loyalität mit den Ungeborenen und der Arbeit der Jugend für das Leben, betonte aber zugleich, dass es ihm stets wichtig war, Frauen vor oder nach einer Abtreibung Zuwendung und Hilfe zu geben.
Herr, Pfarrer, Abtreibung ist ein Tabu-Thema in Gesellschaft und Kirche. Sie scheuen sich jedoch nicht, selbst immer wieder öffentliche Zeichen für das Lebensrecht der Ungeborenen zu setzen. Ist es angebracht, auf dieses leidvolle Thema öffentlich aufmerksam zu machen?
Selbstverständlich. Man muss heute Signale setzen, die in der Öffentlichkeit nicht überhört werden. Ich möchte an dieser Stelle auch allen, die in der Jugend für das Leben tätig sind, herzlich Dank und Anerkennung aussprechen, weil es eine ganz wichtige Arbeit ist und es mich eigentlich fasziniert: Da stellen sich junge Leute auf die Straße und setzen damit ein Zeichen, das dann schon da und dort gehört wird. Das Thema Leben darf nicht irgendwo an den Rand gedrängt werden, denn wie wir ja wissen, ist die Abtreibung eine ganz große Wunde in unserer Gesellschaft.
Haben Sie als Pfarrer von Windischgarsten über dieses Thema gepredigt?
Ich denke, gerade, wenn es ums Leben geht, muss man diese Themen offen anschneiden. Man kann ruhig auch einmal sagen: Abtreibung ist mörderisch. Für mich steht außer Zweifel, dass man immer wieder ganz deutlich für das Leben eintreten muss. Ich hab in der Vergangenheit hier in Windischgarsten auch immer wieder in den Predigten über dieses Thema gesprochen.
Sie sind über Ihre Pfarre hinaus als einfühlsamer Beichtvater beliebt. Eine ganz praktische Frage: Was sagen Sie einer Frau, die mit Ihnen als Seelsorger über ihre Abtreibung sprechen möchte?
Einerseits ist die Zuwendung solchen Frauen gegenüber ganz wichtig, weil wir Priester uns dem Sünder selbstverständlich zuwenden. Andererseits gibt es bei mir auch immer eine klare Aussage zu dieser Sünde. Ich kann aber davon ausgehen, dass jemand, der eine Abtreibung beichtet, auch bereit ist, mit mir darüber zu reden. Ich habe das oft erlebt, dass die Menschen dann zerknirscht in den Beichtstuhl kommen und viele Probleme formulieren, die in ihrem Umfeld zu finden sind. Hier ist ein Zuspruch und im Letzten die Vergebung, die von Gott kommt, sicher sehr, sehr wichtig.
Ist es unsere Pflicht als Katholiken, uns für die Ungeborenen öffentlich stark zu machen?
Ich bin schon davon überzeugt, dass jeder sich da einbringen soll. Hier gilt immer noch, was der Hl. Augustinus schon im 5. Jahrhundert gesagt hat, nämlich „Die Sünde müssen wir hassen und den Sünder lieben“. Dieser Leitsatz ist ein ganz wesentlicher Kontext in der Abtreibungsdebatte. Es ist ganz entscheidend, dass wir dann nicht einfach zuschauen, sondern auch tätig werden.
Wir danken für das Gespräch und wünschen Ihnen Gottes Segen für Ihr weiteres Wirken!
http://www.youthforlife.net/detail.php?id=638
***************
2) Deutschland: 2 Prozent weniger Abtreibung im Jahr 2008. Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes
Wiesbaden (09.03.2009, Stat. Bundesamt). Im Jahr 2008 wurden dem Statistischen Bundesamt (Destatis) rund 114 500 Abtreibung in Deutschland gemeldet und damit 2,0% oder 2 400 weniger als 2007.
Knapp drei Viertel (73%) der Frauen, die 2008 Abtreibungen durchführen ließen, waren zwischen 18 und 34 Jahren alt, 15% zwischen 35 und 39 Jahren. Fast 8% der Frauen waren 40 Jahre und älter. Die unter 18-Jährigen hatten einen Anteil von knapp 5%. Ihre Anzahl ging im Vergleich zum Jahr 2007 um 800 auf rund 5 300 zurück. 41% der Schwangeren hatten vor dem Eingriff noch keine Lebendgeburt.
Über 97% der gemeldeten Abtreibungen wurden nach der Beratungsregelung vorgenommen. Medizinische und kriminologische Indikationen waren in weniger als 3% der Fälle die Begründung für den Abbruch. Die meisten Abtreibungen (74%) wurden mit der Absaugmethode (Vakuumaspiration) durchgeführt. Bei 12% der Schwangerschaftsabbrüche wurde das Mittel Mifegyne® verwendet.
Die Eingriffe erfolgten überwiegend ambulant (knapp 98%), und zwar zu 79% in gynäkologischen Praxen und rund 19% ambulant im Krankenhaus. 5% der Frauen ließen den Eingriff in einem Bundesland vornehmen, in dem sie nicht wohnten.
Im vierten Quartal 2008 wurden rund 26 700 Abtreibungen gemeldet, das sind rund 6% weniger als im vierten Quartal 2007.
***************
3) Brasilien: Streit um Exkommunikation nach Abtreibung
Brasilien (06.03.2009, kap/rv). Nach einer an einer Minderjährigen durchgeführten Abtreibung hat der Erzbischofs von Recife alle an dem Vorgang beteiligten Ärzte sowie die Mutter des Mädchens als exkommuniziert erklärt. Erzbischof Jose Cardoso Sobrinho hatte die am Mittwoch vollzogene Abtreibung am selben Tag als schweren Verstoß gegen die Gesetze Gottes bezeichnet. Die beteiligten Ärzte sowie die Mutter der Neunjährigen hätten sich damit aus der Gemeinschaft der Kirche ausgeschlossen.
Das Mädchen war von ihrem Stiefvater laut dessen Geständnis missbraucht und geschwängert worden. Zwar wird Abtreibung in der katholischen Kirche strikt abgelehnt, es gibt jedoch auch Stellungnahmen zu Abtreibungen in Grenzsituationen. Nach dem deutschen Katholischen Erwachsenen-Katechismus ist „die sorgfältige Gewissensentscheidung des Arztes“ gefordert und zu achten, wenn das Leben einer Schwangeren oder des ungeborenen Kindes gefährdet ist. Die Ärzte hatten vor der Abtreibung erklärt, das Leben des Mädchens sei durch die Schwangerschaft in Gefahr.
Ein brasilianischer Kirchensprecher stellte angesichts der heftigen öffentlichen Debatte im Land jetzt klar, dass das neunjährige Mädchen n i c h t exkommuniziert sei. Richtig sei jedoch, dass alle an der Abtreibung Beteiligten sich durch die Abtreibung die Exkommunikation automatisch zugezogen haben. Wer abtreibt bzw. sich aktiv an Abtreibungen beteiligt, ist laut katholischem Kirchenrecht automatisch aus der Sakramentengemeinschaft ausgeschlossen.
***************
4) „Jedes Auf-die-Welt-Kommen eines Menschen ist immer eine neue Schöpfung!“ Papst Benedikt XVI. empfängt Mitglieder der Päpstlichen Akademie für das Leben
Rom (07.03.2009, ZENIT.org).Wir veröffentlichen die offizielle Übersetzung der Ansprache, die Papst Benedikt XVI. am 21. Februar anlässlich der diesjährigen Vollversammlung der Päpstlichen Akademie für das Leben im Vatikan gehalten hat.
„Die Zeugung des Menschen kann nie auf die einfache Reproduktion eines neuen Individuums der menschlichen Spezies reduziert werden, wie dies bei irgendeinem Tier geschieht. Jedes Auf-die-Welt-Kommen eines Menschen ist immer eine neue Schöpfung. Daran erinnern mit tiefer Weisheit die Worte des Psalms: »Denn du hast mein Inneres geschaffen, mich gewoben im Schoß meiner Mutter… Als ich geformt wurde im Dunkeln, … waren meine Glieder dir nicht verborgen« (139,13.15).
Wenn man in das Geheimnis des menschlichen Lebens eindringen will, ist es also notwendig, dass keine wissenschaftliche Disziplin sich isoliert, indem sie vorgibt das letzte Wort zu haben. Man muss dagegen die gemeinsame Berufung teilen, um auch in der Unterschiedlichkeit der Methoden und der jeder Wissenschaft eigenen Inhalte zur Wahrheit zu gelangen.“
***
Exzellenzen,
verehrte Mitbrüder im bischöflichen und im priesterlichen Dienst, geschätzte Mitglieder der Akademie, sehr geehrte Damen und Herren!
Mit besonderer Freude empfange ich euch aus Anlaß der XV. Ordentlichen Vollversammlung der Päpstlichen Akademie für das Leben. Mein verehrter Vorgänger Papst Johannes Paul II. hat sie 1994 unter dem Vorsitz eines Wissenschaftlers, Prof. Jerôme Lejeune, errichtet und mit Weitblick die schwierige Aufgabe erkannt, die sie im Lauf der Jahre erfüllen sollte. Ich danke dem Präsidenten, Erzbischof Rino Fisichella, für seine einführenden Worte, mit denen er den großen Einsatz der Akademie für die Förderung und den Schutz des menschlichen Lebens bekräftigt hat.
Seit der Augustinerprior Gregor Mendel Mitte des 19. Jahrhunderts die Vererbungsgesetze bestimmter Merkmale entdeckt hat und somit als Begründer der Genetik gilt, hat diese Wissenschaft wirklich außerordentliche Fortschritte gemacht im Verständnis jener Sprache, welche die Grundlage der biologischen Information ist und die Entwicklung eines Lebewesens bestimmt. Aus diesem Grund nimmt die moderne Genetik einen herausragenden Platz innerhalb der biologischen Disziplinen ein, die beigetragen haben zur erstaunlichen Entwicklung der Kenntnisse über die unsichtbare Architektur des menschlichen Leibes und die zellulären und molekularen Prozesse, die seine vielfältigen Aktivitäten lenken. Die Wissenschaft ist heute so weit, daß sie verschiedene verborgene Mechanismen der menschlichen Physiologie und auch die Prozesse aufgedeckt hat, die mit dem Auftreten einiger erblicher Gendefekte zusammenhängen, sowie die Prozesse, durch die manche Menschen einem größeren Risiko ausgesetzt sind, sich eine bestimmte Krankheit zuzuziehen. Dieses Wissen – Ergebnis der Intelligenz und der Mühe unzähliger Wissenschaftler – erlaubt nicht nur die leichtere, wirksamere und frühere Diagnose genetischer Krankheiten, sondern auch die Entwicklung von Therapien, die dazu bestimmt sind, die Leiden der Kranken zu lindern und in einigen Fällen ihnen sogar die Hoffnung auf Gesundung wiederzugeben. Seitdem des weiteren die Sequenz des gesamten menschlichen Genoms bekannt ist, sind auch Unterschiede zwischen den einzelnen Menschen und verschiedenen Bevölkerungsgruppen Gegenstand genetischer Untersuchungen geworden, welche die Möglichkeit neuer Erkenntnisse erahnen lassen.
Das Forschungsspektrum ist auch heute sehr offen und täglich eröffnen sich neue Horizonte, die noch weitgehend unerforscht sind. Die Anstrengungen der Wissenschaftler in diesen so rätselhaften und wertvollen Bereichen erfordern besondere Unterstützung; deshalb ist die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Wissenschaften eine Hilfe, die nie fehlen darf, um zu Ergebnissen zu gelangen, die zugleich wirksam sind und einen echten Fortschritt für die gesamte Menschheit mit sich bringen. Diese Komplementarität hilft, das Risiko eines verbreiteten genetischen Reduktionismus zu vermeiden, der dazu neigt, die menschliche Person ausschließlich mit Bezug auf die genetische Information und ihre Interaktion mit der Umgebung zu identifizieren. Es muß betont werden, daß der Mensch immer größer sein wird als all das, was seinen Körper ausmacht; denn er trägt in sich die Kraft des Denkens, das immer nach der Wahrheit über sich selbst und die Welt strebt. Das erinnert an die bedeutungsschweren Worte eines großen Denkers, der auch ein ausgezeichneter Wissenschaftler war, Blaise Pascal: »Der Mensch ist nur ein Schilfrohr, das schwächste der Natur, aber er ist ein denkendes Schilfrohr. Das ganze Weltall braucht sich nicht zu waffnen, um ihn zu zermalmen; ein Dampf, ein Wassertropfen genügen, um ihn zu töten. Doch wenn das Weltall ihn zermalmte, so wäre der Mensch nur noch viel edler als das, was ihn tötet, denn er weiß ja, daß er stirbt und welche Überlegenheit ihm gegenüber das Weltall hat. Das Weltall weiß davon nichts« (Pensées, 347).
Jeder Mensch ist also sehr viel mehr als eine einmalige Kombination von genetischen Informationen, die von seinen Eltern weitergegeben werden. Die Zeugung des Menschen kann nie auf die einfache Reproduktion eines neuen Individuums der menschlichen Spezies reduziert werden, wie dies bei irgendeinem Tier geschieht. Jedes Auf-die-Welt-Kommen eines Menschen ist immer eine neue Schöpfung. Daran erinnern mit tiefer Weisheit die Worte des Psalms: »Denn du hast mein Inneres geschaffen, mich gewoben im Schoß meiner Mutter… Als ich geformt wurde im Dunkeln, … waren meine Glieder dir nicht verborgen« (139,13.15). Wenn man in das Geheimnis des menschlichen Lebens eindringen will, ist es also notwendig, daß keine wissenschaftliche Disziplin sich isoliert, indem sie vorgibt das letzte Wort zu haben. Man muß dagegen die gemeinsame Berufung teilen, um auch in der Unterschiedlichkeit der Methoden und der jeder Wissenschaft eigenen Inhalte zur Wahrheit zu gelangen.
Euer Kongreß analysiert aber nicht nur die großen Herausforderungen, denen sich die Genetik stellen muß, sondern er erstreckt sich auch auf die Risiken der Eugenik, eine gewiß nicht neue Praxis, die in der Vergangenheit zu unerhörten Formen von echter Diskriminierung und Gewalt geführt hat. Die Mißbilligung der Eugenik – von einem Regime gewaltsam angewendet oder auch Folge des Hasses gegen ein Volk oder einen Bevölkerungsteil – ist so tief in den Gewissen verankert, daß sie bindenden Ausdruck in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte gefunden hat. Trotzdem tauchen noch in unseren Tagen besorgniserregende Zeugnisse dieser verwerflichen Praxis auf, die sich unter verschiedenen Aspekten zeigt. Sicherlich treten nicht die eugenischen und rassistischen Ideologien auf, die den Menschen in der Vergangenheit gedemütigt und furchtbare Leiden verursacht haben, aber es schleicht sich eine neue Mentalität ein, die dazu neigt, eine andere Auffassung des Lebens und der Menschenwürde zu rechtfertigen, die auf den eigenen Wunsch und das individuelle Recht gegründet ist. Man tendiert also dazu, die Handlungsfähigkeit, Effizienz, Vollkommenheit und physische Schönheit auf Kosten von anderen, als unwürdig betrachteten Dimensionen des Lebens zu bevorzugen. Auf diese Weise wird der Respekt geschwächt, der jedem Menschen gebührt, auch bei Vorhandensein eines Fehlers in seiner Entwicklung oder einer genetischen Krankheit, die im Lauf seines Lebens ausbrechen könnte, und jene Kinder, deren Leben als nicht lebenswert betrachtet wird, werden vom Augenblick ihrer Empfängnis an benachteiligt.
Man muß bekräftigen, daß die durch jedwede Macht begangenen Diskriminierungen von Personen, Völkern oder Ethnien aufgrund der Unterschiede, die auf tatsächliche oder angenommene genetische Faktoren zurückgeführt werden, einen Angriff auf die gesamte Menschheit darstellen. Man muß mit Nachdruck die gleiche Würde jedes Menschen betonen, die sich aus der Tatsache ergibt, daß er ins Dasein getreten ist. Die biologische, psychische, kulturelle Entwicklung oder der Gesundheitszustand dürfen nie zu einem diskriminierenden Element werden. Es ist im Gegenteil notwendig, die Kultur der Annahme und der Liebe zu festigen, die konkretes Zeugnis geben von der Solidarität mit denen, die leiden, und die die Barrieren beseitigt, welche die Gesellschaft oft durch die Diskriminierung derjenigen errichtet, die behindert und krank sind, oder schlimmer noch, indem sie im Namen eines abstrakten Ideals von Gesundheit und physischer Vollkommenheit bis zur Selektion oder zur Zurückweisung des Lebens geht. Wenn der Mensch von seinen frühesten Entwicklungsphasen an auf ein Objekt experimenteller Manipulation reduziert wird, bedeutet das, daß sich die biomedizinischen Technologien der Willkür des Stärkeren ergeben haben. Das Vertrauen in die Wissenschaft darf nicht den Primat der Ethik vergessen lassen, wenn das menschliche Leben auf dem Spiel steht.
Ich vertraue darauf, daß eure Forschungen auf diesem Sektor weitergehen können mit dem erforderlichen wissenschaftlichen Einsatz und der Aufmerksamkeit, den die ethische Instanz erfordert in bezug auf die Problematiken, die für die ganzheitliche Entwicklung der menschlichen Existenz so wichtig und entscheidend sind. Mit diesem Wunsch möchte ich unsere heutige Begegnung abschließen. Ich rufe auf eure Arbeit reiches himmlisches Licht herab und erteile euch allen von Herzen einen besonderen Apostolischen Segen.
***************
5) Bischof Sgreccia protestiert gegen „Kind auf Bestellung“. Klinik in den USA wirbt mit Auswahl von Augenfarbe und Geschlecht
Rom (04.03.2009, ZENIT.org). „Eine US-amerikanische Klinik bietet ihren Kunden an, die Farbe von Augen, Haaren oder Haut ihrer per In-vitro-Fertilisation (IVF) gezeugten Kinder frei auszuwählen. Seit einiger Zeit können die Eltern bereits das Geschlecht ihres Kindes vorherbestimmen“, berichtete am Montag, dem 2. März, das Deutsche Ärzteblatt. Für Bischof Elio Sgreccia, dem emeritierten Präsidenten der Päpstlichen Akademie für das Leben, ist diese Form der Anwendung der Präimplantationsdiagnostik (PID) kein Vorbild für eine Wissenschaft, die sich dem Wohl der Menschheit verpflichtet weiß.
Gestern, Dienstag, sprach der Bischof mit Radio Vatikan über die Werbung auf der Webseite des „LA Fertility Institute“, das auch auf Deutsch damit wirbt, „die PID künftig auch zur Auswahl der Augenfarbe, der Haarfarbe und des Hautteints anzubieten“.
Was hier als das „größte und erfolgreichste vorgeburtliche Geschlechtsauswahlprogramm der Welt“ angeboten wird, forderte bereits seine Opfer. Schon wurde menschliches Leben im Blick auf die Augenfarbe oder die Auswahl des Geschlechts getötet. Die Möglichkeit, das ein Kind genetische Defekte haben könnte, führt dazu, jene Embryonen leben zu lassen, die dem Geschmack des Käufers entsprechen; der Rest wird eliminiert. Der Preis für diese Maßnahmen beträgt rund $ 18.000. Die Klinik behauptet, schon ein halbes Dutzend Anfragen für diesen medizinischen Service vorliegen zu haben.
Bischof Sgreccia kritisierte diese Form von Werbung. „In jedem Fall handelt es sich hier um eine ethisch unzulässige Maßnahme, und noch dazu wird die Würde der Nachkommenschaft verletzt, denn es geht hier um die Manipulation des Körpers. Man will über ihn bestimmen und nach dem eigenen Geschmack über ihn verfügen.
Dieser Typ „negativer Selektion, der sich ganz an den „Wünschen der Eltern orientiere, sei ein „typisches Beispiel für die Wissenschaft, die sich nicht in den Dienst des Guten stellt, sondern die von den Wünschen derer ausgeht, die ihre Dienstleistungen kaufen“ - was auf Kosten der Kinder gehe.
Darüber hinaus würden mit einem solchen Angebot die niederen „Instinkte der Manipulation angesprochen, so wie man es aus der Zeit des Nationalsozialismus kenne. Der Wille zu manipulieren sei stets Teil von totalitären Regimes gewesen.
Bischof Sgreccia bekräftigte die Ablehnung der Kirche gegenüber jeglicher Form von Genmanipulation und fügte hinzu, dass es heute zumeist nicht um bio-politische Ziele im Sinne der Eugenik gehe. Allerdings sei diese Art von Herrschaftsinstinkt auch etwas Menschliches. Wenn der Mensch „nicht von der Moral und den Gesetzen gebremst wird, wird er nicht mehr von einem Regime, sondern von Personen ausgenutzt, die Geld und Interesse daran haben, mit dem Leben der anderen zu spielen.
***************
6) Vatikan/USA: Kritik an staatlicher Förderung der Stammzellen-Forschung
Vatikan/USA (10.03.2009, rv/ansa/zenit/kna). Kirchenvertreter haben den Erlass von US-Präsident Barack Obama zur Forschung mit embryonalen Stammzellen scharf kritisiert. Obama genehmigte am Montagnachmittag (Ortszeit) die staatliche Förderung der embryonalen Stammzellforschung. „Wir werden Wissenschaftler entschieden unterstützen“, sagte Obama in Washington und kündigte an, den Vereinigten Staaten „einen führenden Platz in diesem Bereich“ sichern zu wollen.
Diese Entscheidung sei ein „trauriger Sieg der Politik über Wissenschaft und Ethik“, heißt es in einer Stellungnahme von Kardinal Justin Rigali, in den USA Leiter der bischöflichen Kommission für den Lebensschutz. Diese Tat sei „moralisch verwerflich, weil sie zur Zerstörung von unschuldigem menschlichen Leben ermutigt“. Darüber hinaus würden die Wertvorstellungen von Millionen von amerikanischen Steuerzahlern ignoriert, die gegen eine Forschung seien, die menschliches Leben koste. Die US-Bischofskonferenz hatte sich in den vergangenen Monaten wiederholt gegen eine vollständige Legalisierung der embryonalen Stammzellforschung gewandt, unter anderem in einem Brief des Vorsitzenden der US-Bischofskonferenz, Kardinal Francis George, zum Amtsantritt Obamas.
Der Freigabe von staatlicher Förderung für die Forschung mit Embryonen fehle die ethische und wissenschaftliche Grundlage, beklagte der langjährige Leiter der Päpstlichen Akademie für das Leben, Bischof Elio Sgreccia. Obamas Erlass respektiere den Menschen nicht; menschliches Leben würde als Forschungsmaterial missbraucht. Nach den jüngsten Forschungserfolgen, erwachsene Zellen zu reprogrammieren, könne er auch den wissenschaftlichen Nutzen der embryonalen Stammzellforschung noch weniger nachvollziehen, so Sgreccia.
Obama hob mit dem Erlass vom Montag eine Verfügung seines Vorgängers George W. Bush auf, die eine staatliche Finanzierung solcher Forschung verbot. Nach der alten Regelung aus dem Jahr 2001 dürfen Forscher bislang nur mit Stammzellen arbeiten, die vor dem 9. August 2001 erzeugt sind. Der religiös motivierten Haltung Bushs erteilte der jetzige US-Präsident eine deutliche Absage. „Statt den Fortschritt zu fördern, hat unsere Regierung in den vergangenen Jahren eine falsche Wahl zwischen Wissenschaft und moralischen Werten erzwungen“, hieß es im Redemanuskript. Der Präsident betont, als gläubiger Christ sei er überzeugt, dass „es unsere Pflicht ist, uns umeinander zu kümmern und alles zu tun, um menschliches Leid zu lindern“.
Stammzellen haben sogenannte „pluripotente“ Eigenschaften, durch die sie in eine Vielzahl diverser Körperzellen umgewandelt werden können. Forscher und Patienten erhoffen sich von diesem Forschungszweig Möglichkeiten, künftig bislang unheilbare Krankheiten wie Alzheimer, Parkinsons und Diabetes durch frische, gesunde Zellen eindämmen zu können.
***************
7) TERMINE & SERVICE
ALLE Termine finden Sie auf unserer Homepage: http://www.jugendfuerdasleben.at/termine.php
+++
Hl. Messe am Tag des ungeborenen Kindes in Linz
Wer: Jugend für das Leben OÖ
Wo: Karmelitenkirche, Landstraße 33, Linz
Wann: Mittwoch, 25. März 2009, 17.30 Uhr
+++
Hl. Messe zum Tag des ungeborenen Kindes in Graz
Info: Anschließend Gebet der Hoffnung
Wer: Jugend für das Leben Steiermark
Wo: St. André, Kernstockgasse 9, Graz
Wann: Mittwoch, 25. März 2009, 18.30 Uhr
+++
Hl. Messe am Tag des ungeborenen Kindes in Wien
Info: Danach um 20 Uhr: Kind als Schadensfall - zu (Un-)Recht? - Vortragender: em.Prof. Dr. Franz Bydlinski, in der Caféteria der KHG
Wer: Jugend für das Leben Wien und Juristenrunde der KHG
Wo: Katholische Hochschulgemeinde (KHG), Ebendorferstraße 8, 1010 Wien, U2 Schottentor
Wann: Mittwoch, 25. März 2009, 19 Uhr
+++
Kind als Schadensfall - zu (Un-)Recht?
Info: Vortragender: em.Prof. Dr. Franz Bydlinski
Wer: Jugend für das Leben Wien und Juristenrunde der KHG
Wo: Katholische Hochschulgemeinde (KHG), Ebendorferstraße 8, 1010 Wien, U2 Schottentor
Wann: Mittwoch, 25. März 2009, 20 Uhr
+++
Ostern mit Jugend für das Leben
Geistliche Begleitung: P. Bernhard Kaufmann, FSSP, Seelsorger von Jugend für das Leben
Wer: Jugend für das Leben
Wo: Gossau, Schweiz
Wann: Palmsamstag, 4. bis Karsamstag, 11. April 2009
Anmeldung: [email protected], 0664/3420804
+++
Save One. Heilung der seelischen Wunden nach einer Abtreibung
Christliche Konferenz (mit Übersetzung)
Wer: Österreichische Lebensbewegung
Wo: City Church Wien, Sautergasse 34, 1170 Wien
Wann: Samstag, 25. April 2009, 9 bis 14.30 Uhr
Information: Eintritt 15 Euro, Anmeldung erbeten
+++
Hl. Messe zum Tag des Lebens in Graz
Wer: Jugend für das Leben Stmk
Wo: Stadtpfarrkirche Graz
Wann: Mittwoch, 3. Juni 2009, 18.15 Uhr
+++
Hl. Messe zum Tag des Lebens in Linz
Info: Zelebrant: P. Maximilian Neulinger, Abt vom Stift Lambach. Ab 13 Uhr Kreuzweg vom Petrinum auf den Pöstlingberg
Wer: Jugend für das Leben OÖ
Wo: Basilika am Pöstlingberg
Wann: Sonntag, 7. Juni 2009, 14.30 Uhr
+++
Bergwoche mit Jugend für das Leben
Info: Geistliche Begleitung: P. Bernhard Kaufmann, FSSP. Bereits ausgebucht, aber Warteliste vorhanden
Wer: Jugend für das Leben
Wo: Oberstalleralm in Osttirol
Wann: 11. bis 18. Juli 2009
Informationen und Anmeldung unter: [email protected], 0664/3420804
+++
Pro Life Marsch 2009 – Von Innsbruck nach Bregenz
Wie weit würdest Du gehen, um ein Menschenleben zu retten?
Wer: Jugend für das Leben
Wo: Innsbruck - Bregenz
Wann: 31. Juli bis 15. August 2009
Info: Für Essen und Unterkunft ist gesorgt. Für die Übernachtungen brauchst Du Schlafsack und Isomatte. Das Gepäck wird in einem Begleitwagen mitgeführt. Kosten. 5 € pro Tag, 25 € pro Woche, 40 € für beide Wochen.
+++
IHRE SPENDE ändert das Schicksal ungeborener Kinder Unsere Arbeit wird fast ausschließlich durch Spenden finanziert. Wir sind dankbar für jeden Beitrag. Bitte unterstützen Sie die Verbreitung einer Kultur des Lebens!
Spendenkonto: http://www.youthforlife.net/Spenden.php
NACHRICHTENDIENST
Viele Artikel unserer PLI sind gekürzt. Sie wollen Hintergrundwissen zu einem bestimmten Bericht? Kein Problem! Schreiben Sie uns ein Mail unter [email protected] mit dem Datum des Newsletters und dem gewünschten Thema, wir senden Ihnen die Originalartikel in voller Länge zu. Zum Abmelden der PLI senden Sie uns ein Retourmail mit dem Betreff: Abmeldung. Für alle Links unseres Newsletters gilt der Haftungsausschluß der Homepage: http://www.youthforlife.net/linkster.php
LEBENSSCHUTZ - SHOP
Bei uns können sie exklusiv die Lebensschutz-CD Save the Humans oder auch weitere Bücher, CDs, Videos oder andere fachspezifischen Materialien zum Thema Lebensschutz bestellen. Besuchen Sie uns in unserem online-shop und informieren Sie sich über Basiswissen und aktuelle Literatur: http://www.youthforlife.net/Shop
___________________________________
>From the desk of:
JUGEND FÜR DAS LEBEN
Redaktion: Mag. Monika Deak
A-4020 Linz, Starhembergstraße 66/20
Telefon: +43 - 664 - 34 20 804
Fax: +43 - 732 - 78 81 16
Mail: [email protected]
--
______________________________________
http://www.youthforlife.net