Der Jurowischn-Song-Kontest
Ob auf Gedeih, ob auf Verderb,
man macht den Sangeswettbewerb
im Schoß der Eurovision
seit dreiundfünfzig Jahren schon.
Vielleicht sind bei dem Jubelfest,
dem Jurowischn-Song-Kontest,
für Augenblicke Träume wahr -
doch manches scheint recht sonderbar:
Es muß, wer mitspielt im Verein,
nicht just ein Teil von Jurop sein,
denn seht, Nahost paßt untern Hut,
genauso wie’s der Maghreb tut!
Na logisch – Jurop, weil nicht groß,
ist halt zum Ausgleich grenzenlos,
und wenn’s der Kongo mal probiert,
wird sicher noch mehr jubiliert.
Drum kommt’s, daß selten wer beschwingt
in seiner Muttersprache singt -
das ist zu wenig elitär,
und erst wer fremd geht, ist dann wer.
Es fehlt sogar die Qual der Wahl -
mit Englisch läuft’s ja ideal,
denn seien Texte noch so dumm,
man merkt es nicht im Publikum.
Und wie beim Sport setzt dies sich fort:
Man baut bei Dichtung auf Import,
bei Melodie und Interpret,
kurzum bei allem, wo’s nur geht.
Wer trotzdem nicht dem Song vertraut,
der importiert auch nackte Haut,
am besten gleich aus Übersee,
ob schokobraun, ob weiß wie Schnee.
Und wenn es wirbelt, blitzt und dröhnt,
sind alle längst daran gewöhnt,
daß jedes Land sich hochbeglückt
mit möglichst fremden Federn schmückt!
Ihr Völker, denkt ihr nichts dabei,
bei dieser Augenwischerei?
Denn euch verkocht man zu Ragout -
und ihr klatscht Beifall noch dazu!
Pannonicus
23. Mai 2009 – pgsong2.doc
(Beim Song-Contest werden viele „Gastarbeiter“ eingesetzt.)
Dazu ein Rückblick auf die Veranstaltung in Riga vor sechs Jahren:
Die Meistersinger von Riga
Wenn die Türken englisch singen
und damit den Sieg erringen,
fragen sicher viele Leute,
was das Ganze wohl bedeute:
War's, weil finstre Islamisten
jetzt in Glitzerkleidern nisten,
um mit westlichen Manieren
Pseudo-Christen zu düpieren?
War's, um Amis zu versöhnen
und Europa zu verhöhnen?
Oder umgekehrt zu zeigen,
daß sie sich vor uns verneigen?
Denn auch unsre Bänkelsänger
leben besser meist und länger,
wenn sie eifrig englisch gröhlen
in verrauchten Disco-Höhlen.
Rätsel liefern auch Juroren,
wenn sie türkische Kantoren
mit dem Lorbeerkranz behängen:
Ob sie gar nach Mekka drängen?
Wer nur hat sie wohl bestochen?
Des Propheten Diadochen?
Bush, um Schröder zu frustrieren
oder Putin zu blamieren?
Jedenfalls beweist uns Riga
mit der Sänger Ober-Liga:
Gegen gutgeschmierte Achsen
ist noch nie ein Kraut gewachsen!
Und was immer mag geschehen,
bleiben Schall und Rauch bestehen -
Trost für Deutsche ist daneben:
Singe, wem ein Song gegeben!
31. Mai 2003 - Folge 22/pgriga.doc
(Beim "europäischen" Song-Contest gewinnen die Vertreter der Türkei.)