Und sie sind doch verschieden - der Mann und die Frau!

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Gast

Und sie sind doch verschieden - der Mann und die Frau!

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____________Rheinischer Merkur _________________

Und sie sind doch verschieden
– der Mann und die Frau!
von Christa Meves


Quelle: Christa Meves

32 Jahre lang haben Hirnforscher in den USA gebraucht, um eine alte wissenschaftliche Erkenntnis neu zu erhärten:
Mann und Frau haben psychisch und geistig erheblich verschiedene Dominanzen:
Frauen sind vor allem bei den Vorgängen um das Sprechen den Männern überlegen. Sie lernen es früher und sie lernen deshalb auch rascher das Lesen, sie haben ein viel größeres Sprechbedürfnis, sie haben eine wesentlich bessere Möglichkeit, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen etc. etc.,
Männer haben dagegen uneinholbare Vorteile in der mathematischen und in der technischen Begabung.

Das Erstaunliche an diesen Erforschungen sind aber nicht ihre Ergebnisse. Sie haben wissenschaftlich keine neuen Erkenntnisse erbracht. Diese liegen bereits seit 30, zum Teil sogar seit 80 Jahren vor. Das Erstaunliche ist, daß die Wahrheit der psychischen und geistigen Unterschiedlichkeit der Geschlechter in der veröffentlichten Meinung wieder zugelassen werden darf. Das ist ein echter Fortschritt; denn nur auf wahrer Erkenntnis lassen sich nun einmal gedeihliche Schlüsse für das praktische Leben ableiten.

In den vergangenen 25 Jahren ist die Wahrheit im Hinblick auf die Geschlechterpsychologie durch eine verhängnisvolle Ideologisierung mit vielen unguten Folgen unterdrückt worden. Wie über Nacht wurden am Beginn der 70er Jahre mit der sogenannten "emanzipatorischen Pädagogik" ohne jeden Gegenbeweis die Erkenntnis der Geschlechterforschung geradezu vom Tisch gefegt und an ihre Stelle die Ideologie der Gleichheit von Mann und Frau in den Universitäten installiert. Umgesetzter Marx: Da allein die Gesellschaft den Menschen macht, würde im Patriarchat auch die Frau "gemacht", d.h. entmachtet, verdummt, entmündigt. "Wir werden nicht als Mädchen geboren, wir werden dazu gemacht", hieß ein Buchtitel von Ursula Scheu 1977, der Protagonistin Simone de Beauvoir getreu. Aller psychischer Geschlechtsunterschied habe seine Ursache eben in der Machtanmaßung der Männer.

Was die Deutschen anpacken, machen sie gründlich: Wer in den vergangenen Jahren auf der Universität studierte, wer in dieser Zeit zur Schule ging und von den dort Ausgebildeten in Sozialkunde, Pädagogik oder Psychologie unterrichtet wurde, konnte nur, wenn er sehr großes Glück hatte, etwas über den Wissensstand in Hirn-, Hormon- und geschlechterpsychologischer Forschung erfahren: Er lernte stattdessen (feministische) Ideologie. Zwar wird eine Lehre nicht dadurch zur Wahrheit, daß sie von der Mehrheit als solche angenommen wird (wie deutlich sollte uns das der Nationalsozialismus gelehrt haben!) - aber es ist in den Epochen ideologischer Verblendung kaum möglich, der Wahrheit Gehör zu verschaffen. Noch heute kommen Abiturientinnen oft ebenso wie deren Mütter voll Empörung hoch, wenn ihnen jemand etwas über die längst bekannten psychischen und geistigen Unterschiede von Mann und Frau zu berichten versucht.

Blockierte Erkenntnisse aber bedeuten blockierten Fortschritt. Gleichheitsideologie setzte ohne Rücksicht auf die pädagogischen Verpflichtung, angelegte Begabungen besonders zu fördern (denn das erhöht die Lernmotivation) die Zwangskoedukationsschule durch. Ohne Rücksicht auf die Dominanzen der Mädchen - besonders der musischen Bereiche - wurde die Schule in den höheren Klassen immer einseitiger verkopft.

Ungut auch wirkte sich die Annahme einer Gleicheit von Mann und Frau auf die Kindererziehung aus. Nachweislich ist die Mutter die Begabtere bei der Betreuung von Säuglingen. Sie hat die natürliche Nahrung parat. Sie braucht sie nicht erst zu erfinden, zu kaufen nach bezahltem Arbeitseinsatz und mit Hilfe eines mühsam konstruierten "Stillbusenhalters" zu verabreichen. Sie wacht schneller auf, wenn ihr Kind sich des Nachts meldet (der sogenannte Ammenrapport ist bei ihr besser ausgebildet). Und diese Hellhörigkeit im wahrsten Sinne beschränkt sich nicht nur auf diesen einen Bereich. Sie ist durchgängig von größerer Reagibilität. Und nicht umsonst nennen wir die heimatliche Sprache "Mutter-Sprache": Die größere Sprechfreudigkeit der Mütter macht sie geeigneter als den Vater, die Kinder das Sprechen zu lehren.

Das bedeutet freilich gewiß nicht, daß Väter bei der Erziehung ihrer Kinder unwichtig wären; aber ihnen fällt auch hier die Aufgabe zu, mütterliche Mentalität zu ergänzen, bez. Ausgewogenheit herzustellen.

Aber verhängnisvoller noch: Die Gleichheitsideolgie der Geschlechter erwirkte falsche Vorstellungen und falsche Erwartungen der jungen Frauen in die Männer und hat gewiß einen erheblichen Anteil daran, daß in der Bundesrepublik sich im vergangenen Jahr 166.000 Paare schieden - so viele wie nie zuvor -, die meisten aufgrund des Scheidungsbegehrens der Frauen, die von ihren Männern enttäuscht sind, weil niemand sie gelehrt hat, diese in ihrer psychischen Eigenart zu verstehen; denn Männer denken anders als Frauen, sie lieben auch anders. Die psychologische Praxis lehrt heute: Für viele Männer ist es unfaßlich zu erfahren, daß sie den emotionalen Ansprüchen ihrer Frauen nicht genügen. Ratlos (oft allerdings erst nach einer Phase aus Verzweiflung erwachsener, gebrüllter Primitivreaktionen) willigen sie in die Scheidung und in die Fron lebenslänglicher Unterhaltszahlungen ein.

Und diese Reihe der unguten Folgen ließe sich beliebig fortsetzen.

Die neue Schlagzeile über das US-Ergebnis in der deutschen Presse ist eine Hoffnung; denn auch das lehrt die Weltgeschichte: Lügen haben gegenüber der Wahrheit eben doch die kürzeren Beine. Das ist Trost - wenn auch keine Entschuldigung für leidvollen Umweg großen Stils über Dezennien hinweg.


Rheinischer Merkur, Nr. 32, 11. August 1995
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