Manipulation im SPIEGEL, Deutschland
Posted: 01.03.2008, 17:35
Familiennetzwerk wirft SPIEGEL offene Manipulation vor
Die Titelstory „Glaubenskrieg ums Kind“ setzt (9/2008) einschlägige Techniken der Propaganda ein
Die jüngste Titelgeschichte des Spiegel beginnt mit dem Anspruch der Wissenschaftlichkeit und gibt vor, einen ideologiefreien, kompetenten Beitrag zur Diskussion liefern zu wollen. Dieser Anfangseindruck verflüchtigt sich rasch. 14 Seiten lang wird die Leserschaft mit dem Instrumentarium der Manipulation bearbeitet. Hier einige Beispiele:
1) Symptomatisch für die mangelnde Differenzierung ist das Artikel-Eingangsfoto. Es zeigt Kinder im Kindergartenalter - nicht die Kinder, um die es hier geht.
2) Fachlich fundierte aber „unpassende“ Informationen werden unterschlagen:
Das Memorandum der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung vom 12.12.2007 wird nicht erwähnt. (1)
Die Vorsitzende der Vereinigung, Gertraud Schlesinger-Kipp, sagte vor zwei Monaten: „Trennungserfahrungen in sehr frühem Alter werden im Körper gespeichert. Sie tauchen in späteren Situationen als Ängste wieder auf.“
REPORT München zeigt, daß es möglich ist über Langzeitschäden der Krippenerziehung zu berichten (2). Die Redaktion zitiert u.a. Betroffene in der jüngsten Sendung vom 25.02.08, z.B.: Philipp:“ Für mich gibt es so ein Grundgefühl, dass mich wieder bedroht, ich bin relativ sicher, dass das aus dieser Zeit kommt."
Der Zusammenhang zwischen erhöhten Cortisolspiegeln bei Krippenkindern und Hemmung neuronaler Wachstumsprozesse bleibt unerwähnt. (3)
3) Die Gegenseite wird diffamiert oder totgeschwiegen:
„Die Krippengegner jubelten…“
Das Familiennetzwerk, das sich in dieser Frage mehrfach öffentlich geäußert hatte, wird verschwiegen.
4) Desinformation wird betrieben:
„Gleich vier Längsschnittstudien…“ - unbelegt. (4) Klingt nach viel Wissenschaft, ist aber ohne jeden Hinweis auf die Autoren wertlos.
Es wird behauptet: „…nehmen vor allem die ärmeren Familien diese Leistung in Anspruch“. (5) Der Spiegel verifiziert nicht. Der Sozialminister Dr. Zeh sagt dem Familiennetzwerk auf Anfrage: „Es gibt keine Untersuchung, die belegt, daß vor allem die ärmeren Familien die Leistung in Anspruch nähmen.“
5) Nachteile und Risiken werden bagatellisiert:
Umdeuten von aggressivem Problemverhalten in „Dominanz gegenüber Gleichaltrigen und Erziehern“. (6)
6) Umfragen werden manipulierend formuliert:
„Halten Sie es für schädlich für die Entwicklung eines Kindes, wenn es in den ersten drei Lebensjahren stundenweise in einer Kinderkrippe oder von einer Tagesmutter betreut wird?“ (7) Unterschlagen wird hier, dass es bei der Kita-Betreuungsdiskussion nicht nur um einzelne Stunden sondern halbe und ganze Tage geht.
7) Schlussfolgerungen werden gezielt umgedeutet:
„Wie kann eine Überzeugung so hartnäckig … der wissenschaftlichen Erkenntnis trotzen?“ (8 ) Die größte laufende Krippenstudie (NICHD = National Institute of Child Health and Human Development) stuft die Steigerung des aggressiven Verhaltens unter 11jährigen Schülern, die als Baby und Kleinkind in Krippenbetreuung waren, als signifikant und gesellschaftlich relevant ein. (9)
Quellen:
(1) Memorandum der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung vom 12.12.2007 http://www.dpv-psa.de/html/Pressespiege ... Psyche.htm
(2) http://www.br-online.de/daserste/report ... 008/00453/
(3) „Früher Stress bremst das Gehirnwachstum“ Psychologie heute; Heft 11/2004. http://www.familie-ist-zukunft.de/alte_ ... chstum.htm
(4) „Glaubenskampf ums Kind“ S.45, Spalte 1.
(5) ebenda, S. 48, rechte Spalte
(6) ebenda, S.50, mittlere Spalte
(7) ebenda, S. 44, Ende mittlerer Spalte
(8 ) ebenda, S.50, rechte Spalte
(9) "Are There Long-Term Effects of Early Child Care?"
Child Development, March/April 2007, Volume 78, Number 2, Pages 681-701
Das Familiennetzwerk ist ein bundesweiter Zusammenschluss von Vereinen, Institutionen, Familien und Wissenschaftlern. Es setzt sich u.a. dafür ein, dass die Bedürfnisse der Kinder in der Vereinbarkeitsdebatte berücksichtigt werden und finanzielle Gerechtigkeit für Familien hergestellt wird.
Familiennetzwerk Deutschland
Hollernstr. 109
21723 Hollern
Maria Steuer
Tel.: 0173 / 8692741
[email protected]
Die Titelstory „Glaubenskrieg ums Kind“ setzt (9/2008) einschlägige Techniken der Propaganda ein
Die jüngste Titelgeschichte des Spiegel beginnt mit dem Anspruch der Wissenschaftlichkeit und gibt vor, einen ideologiefreien, kompetenten Beitrag zur Diskussion liefern zu wollen. Dieser Anfangseindruck verflüchtigt sich rasch. 14 Seiten lang wird die Leserschaft mit dem Instrumentarium der Manipulation bearbeitet. Hier einige Beispiele:
1) Symptomatisch für die mangelnde Differenzierung ist das Artikel-Eingangsfoto. Es zeigt Kinder im Kindergartenalter - nicht die Kinder, um die es hier geht.
2) Fachlich fundierte aber „unpassende“ Informationen werden unterschlagen:
Das Memorandum der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung vom 12.12.2007 wird nicht erwähnt. (1)
Die Vorsitzende der Vereinigung, Gertraud Schlesinger-Kipp, sagte vor zwei Monaten: „Trennungserfahrungen in sehr frühem Alter werden im Körper gespeichert. Sie tauchen in späteren Situationen als Ängste wieder auf.“
REPORT München zeigt, daß es möglich ist über Langzeitschäden der Krippenerziehung zu berichten (2). Die Redaktion zitiert u.a. Betroffene in der jüngsten Sendung vom 25.02.08, z.B.: Philipp:“ Für mich gibt es so ein Grundgefühl, dass mich wieder bedroht, ich bin relativ sicher, dass das aus dieser Zeit kommt."
Der Zusammenhang zwischen erhöhten Cortisolspiegeln bei Krippenkindern und Hemmung neuronaler Wachstumsprozesse bleibt unerwähnt. (3)
3) Die Gegenseite wird diffamiert oder totgeschwiegen:
„Die Krippengegner jubelten…“
Das Familiennetzwerk, das sich in dieser Frage mehrfach öffentlich geäußert hatte, wird verschwiegen.
4) Desinformation wird betrieben:
„Gleich vier Längsschnittstudien…“ - unbelegt. (4) Klingt nach viel Wissenschaft, ist aber ohne jeden Hinweis auf die Autoren wertlos.
Es wird behauptet: „…nehmen vor allem die ärmeren Familien diese Leistung in Anspruch“. (5) Der Spiegel verifiziert nicht. Der Sozialminister Dr. Zeh sagt dem Familiennetzwerk auf Anfrage: „Es gibt keine Untersuchung, die belegt, daß vor allem die ärmeren Familien die Leistung in Anspruch nähmen.“
5) Nachteile und Risiken werden bagatellisiert:
Umdeuten von aggressivem Problemverhalten in „Dominanz gegenüber Gleichaltrigen und Erziehern“. (6)
6) Umfragen werden manipulierend formuliert:
„Halten Sie es für schädlich für die Entwicklung eines Kindes, wenn es in den ersten drei Lebensjahren stundenweise in einer Kinderkrippe oder von einer Tagesmutter betreut wird?“ (7) Unterschlagen wird hier, dass es bei der Kita-Betreuungsdiskussion nicht nur um einzelne Stunden sondern halbe und ganze Tage geht.
7) Schlussfolgerungen werden gezielt umgedeutet:
„Wie kann eine Überzeugung so hartnäckig … der wissenschaftlichen Erkenntnis trotzen?“ (8 ) Die größte laufende Krippenstudie (NICHD = National Institute of Child Health and Human Development) stuft die Steigerung des aggressiven Verhaltens unter 11jährigen Schülern, die als Baby und Kleinkind in Krippenbetreuung waren, als signifikant und gesellschaftlich relevant ein. (9)
Quellen:
(1) Memorandum der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung vom 12.12.2007 http://www.dpv-psa.de/html/Pressespiege ... Psyche.htm
(2) http://www.br-online.de/daserste/report ... 008/00453/
(3) „Früher Stress bremst das Gehirnwachstum“ Psychologie heute; Heft 11/2004. http://www.familie-ist-zukunft.de/alte_ ... chstum.htm
(4) „Glaubenskampf ums Kind“ S.45, Spalte 1.
(5) ebenda, S. 48, rechte Spalte
(6) ebenda, S.50, mittlere Spalte
(7) ebenda, S. 44, Ende mittlerer Spalte
(8 ) ebenda, S.50, rechte Spalte
(9) "Are There Long-Term Effects of Early Child Care?"
Child Development, March/April 2007, Volume 78, Number 2, Pages 681-701
Das Familiennetzwerk ist ein bundesweiter Zusammenschluss von Vereinen, Institutionen, Familien und Wissenschaftlern. Es setzt sich u.a. dafür ein, dass die Bedürfnisse der Kinder in der Vereinbarkeitsdebatte berücksichtigt werden und finanzielle Gerechtigkeit für Familien hergestellt wird.
Familiennetzwerk Deutschland
Hollernstr. 109
21723 Hollern
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Tel.: 0173 / 8692741
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