Gewalt in der Familie - Vergleich nach Familienform
Posted: 11.11.2006, 23:13
Maria Steuer aus Deutschland
Herr Hurrelmann sprach am 20.09.06 von ca. 15% erziehungsinkompetenten Eltern
http://www.presseportal.de/story.htx?nr ... hurrelmann
20.09.2006 | 11:56 Uhr
Sozialwissenschaftler Hurrelmann: Schlecht erzogene Kinder bedeuten einen gewaltigen ökonomischen Nachteil für das Land
Hamburg (ots) -
Der Bielefelder Sozialwissenschaftler Professor Klaus Hurrelmann, Autor der 15. Shell-Jugendstudie, die an diesem Donnerstag in Berlin vorgestellt wird, fordert in der ZEIT Trainingskurse für Väter und Mütter, die verpflichtend an die Anmeldung eines Kindes im Kindergarten oder der Grundschule geknüpft werden.
Hurrelmann schätzt, dass es etwa 15 Prozent überforderte Elternhäuser gibt - und 10 bis 15 Prozent Jugendliche, die in vielerlei Hinsicht belastet sind: durch materielle Armut, schlechte Bildungschancen, gesundheitsgefährdende Verhaltensweisen, schädlichen Medienkonsum und einen düsteren Blick auf die eigene Zukunft.
"Eine große Volkswirtschaft wie Deutschland muss einsehen, dass die Dinge auch wirtschaftlich riskant werden, wenn eine derart nennenswerte Gruppe von Kindern sozial und leistungsmäßig absackt", sagt Hurrelmann der ZEIT. "Wir wissen, dass ökonomisch schwache Eltern mitunter problematische Erzieher sind. Aber wir alle, auch und gerade die Vertreter der Wirtschaft, müssen begreifen, dass schlecht erzogene Kinder einen gewaltigen ökonomischen Nachteil für das Land bedeuten."
Neben Elternkursen müsse man deshalb über finanzielle Bonusregeln für kooperative Eltern nachdenken, die sich freiwillig in Erziehungsfragen beraten ließen. "Und, ganz wichtig: Schulen müssen durch intelligentere Mittelzuweisung und mehr Autonomie dazu ermutigt werden, sich auch 'schwieriger' Kinder offensiv anzunehmen."
Nicht nur bei den Jugendlichen aus problematischen Elternhäusern sind die Zukunftsängste gewachsen. Mehr als zwei Drittel der repräsentativ befragten 15- bis 29-Jährigen fürchten sich laut Shell-Studie heute vor Arbeitslosigkeit (2002: 55 Prozent). Dazu passt, dass 58 Prozent von ihnen dafür plädieren, in Zukunft möglichst weniger Zuwanderer als bisher in Deutschland aufzunehmen.
Den kompletten ZEIT-Text der ZEIT Nr. 39 vom 21. September 2006 senden wir Ihnen gerne zu.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Elke Bunse, DIE ZEIT Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (Tel.: 040/3280-217, Fax: 040/3280-558, E-Mail: [email protected])
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Er sagt „Finanzielle Einschränkungen wirken wie psychisches Gift auf die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern“
und statt logischerweise finanzielle Verbesserungen für Familien zu fordern (das würde ja die Beziehung entgiften),
fordert er „den Einsatz professioneller Pädagogen in Schulen und Kindergärten, die Hilfen für Eltern anbieten können“.
Was sollen die „Profis“ anbieten? Warmes Mittagessen? Günstige Kredite?
Und hier die letzte Information über Untersuchungen von Missbrauchfällen der Kriminalstatistik Großbritanniens.
Dort wurde ermittelt, daß die
Wahrscheinlichkeit von schwerer Gewalt gegen Kinder am größten in der Familienform „biolog.Mutter, unverh., zusammenlebend“ ist, nämlich 33%.
Im Vergleich dazu liegt sie bei 1% bei „biolog. Eltern, verh.“
Bei weiteren Untersuchungen und Ausführungen sollte daher differenzierter auf die Familienform geachtet und es dürfen nicht alle über einen Kamm geschert werden.
Die letzten Mißbrauchfälle haben dies bestätigt –
der Gewaltausübende war in der Regel nicht biologischer Elternteil!
Herr Hurrelmann sprach am 20.09.06 von ca. 15% erziehungsinkompetenten Eltern
http://www.presseportal.de/story.htx?nr ... hurrelmann
20.09.2006 | 11:56 Uhr
Sozialwissenschaftler Hurrelmann: Schlecht erzogene Kinder bedeuten einen gewaltigen ökonomischen Nachteil für das Land
Hamburg (ots) -
Der Bielefelder Sozialwissenschaftler Professor Klaus Hurrelmann, Autor der 15. Shell-Jugendstudie, die an diesem Donnerstag in Berlin vorgestellt wird, fordert in der ZEIT Trainingskurse für Väter und Mütter, die verpflichtend an die Anmeldung eines Kindes im Kindergarten oder der Grundschule geknüpft werden.
Hurrelmann schätzt, dass es etwa 15 Prozent überforderte Elternhäuser gibt - und 10 bis 15 Prozent Jugendliche, die in vielerlei Hinsicht belastet sind: durch materielle Armut, schlechte Bildungschancen, gesundheitsgefährdende Verhaltensweisen, schädlichen Medienkonsum und einen düsteren Blick auf die eigene Zukunft.
"Eine große Volkswirtschaft wie Deutschland muss einsehen, dass die Dinge auch wirtschaftlich riskant werden, wenn eine derart nennenswerte Gruppe von Kindern sozial und leistungsmäßig absackt", sagt Hurrelmann der ZEIT. "Wir wissen, dass ökonomisch schwache Eltern mitunter problematische Erzieher sind. Aber wir alle, auch und gerade die Vertreter der Wirtschaft, müssen begreifen, dass schlecht erzogene Kinder einen gewaltigen ökonomischen Nachteil für das Land bedeuten."
Neben Elternkursen müsse man deshalb über finanzielle Bonusregeln für kooperative Eltern nachdenken, die sich freiwillig in Erziehungsfragen beraten ließen. "Und, ganz wichtig: Schulen müssen durch intelligentere Mittelzuweisung und mehr Autonomie dazu ermutigt werden, sich auch 'schwieriger' Kinder offensiv anzunehmen."
Nicht nur bei den Jugendlichen aus problematischen Elternhäusern sind die Zukunftsängste gewachsen. Mehr als zwei Drittel der repräsentativ befragten 15- bis 29-Jährigen fürchten sich laut Shell-Studie heute vor Arbeitslosigkeit (2002: 55 Prozent). Dazu passt, dass 58 Prozent von ihnen dafür plädieren, in Zukunft möglichst weniger Zuwanderer als bisher in Deutschland aufzunehmen.
Den kompletten ZEIT-Text der ZEIT Nr. 39 vom 21. September 2006 senden wir Ihnen gerne zu.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Elke Bunse, DIE ZEIT Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (Tel.: 040/3280-217, Fax: 040/3280-558, E-Mail: [email protected])
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Er sagt „Finanzielle Einschränkungen wirken wie psychisches Gift auf die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern“
und statt logischerweise finanzielle Verbesserungen für Familien zu fordern (das würde ja die Beziehung entgiften),
fordert er „den Einsatz professioneller Pädagogen in Schulen und Kindergärten, die Hilfen für Eltern anbieten können“.
Was sollen die „Profis“ anbieten? Warmes Mittagessen? Günstige Kredite?
Und hier die letzte Information über Untersuchungen von Missbrauchfällen der Kriminalstatistik Großbritanniens.
Dort wurde ermittelt, daß die
Wahrscheinlichkeit von schwerer Gewalt gegen Kinder am größten in der Familienform „biolog.Mutter, unverh., zusammenlebend“ ist, nämlich 33%.
Im Vergleich dazu liegt sie bei 1% bei „biolog. Eltern, verh.“
Bei weiteren Untersuchungen und Ausführungen sollte daher differenzierter auf die Familienform geachtet und es dürfen nicht alle über einen Kamm geschert werden.
Die letzten Mißbrauchfälle haben dies bestätigt –
der Gewaltausübende war in der Regel nicht biologischer Elternteil!